Der Vorschlag des grünen Landwirtschaftsministers Johannes Remmel ist nicht gleich falsch, nur, weil er grün ist oder sein Nachname von hinten gelesen mein Nachname ist. Remmel verlangt, jeglichen vorbeugenden Antibiotikagebrauch gesetzlich zu verbieten. Erstaunlich ist nicht, dass Remmel das verlangt, erstaunlich ist, dass es noch nicht so geregelt ist. Antibiotika sind hochpotente Arzneimittel und allein dazu da, Krankheiten zu behandeln. Wie jeder weiß, werden sie aber in Massen durch die Gegend gespritzt mit der gleichfalls bekannten Folge, dass alle möglichen Keime resistent werden. Es sind vor allem zwei Quellen, die Antibiotika missbrauchen: Hausärzte, die bei trivialen Zipperlein zur dicken Rezeptkeule greifen, und Mastbetriebe, die ihren Viechern das Zeug vorbeugend ins Futter mischen. Dass der Gesetzgeber das zulässt, dürfte am Lobby-Einfluss von Landwirten, Pharmaindustrie und Ärzteverbänden liegen. Mit Logik ist das natürlich nicht zu erklären, denn derselbe Gesetzgeber tut ansonsten so, als schütze er von früh bis spät den überforderten Verbraucher, etwa, wenn er den Verkauf von Aspirin nur in Apotheken erlaubt. Was, wir wir ahnen, dann auch wohl eher mit den Interessen der Apotheker-Lobby im Parlamentsviertel zu tun hat. Passend ist andererseits, dass allseits darüber geschwiegen sind, wie viele mit resistenten Keimen infizierten Ratten unter unseren Städten unterwegs sind. Es ist wie beim Euro – die Politiker hoffen, dass es erst dann knallt, wenn sie nicht mehr im Amt sind. Bis dahin scheren sie sich allein um ihre Machtspielchen.

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