In den USA habe ich mal einen deutschen Zuwanderer getroffen, der eigentlich sehr zufrieden mit seinem Leben war. Nur nicht zu Weihnachten. Da überkomme ihn jedes Jahr heftiges Heimweh nach Deutschland. Die Amis, sagte er, hätten nicht den geringsten Sinn für diese still-fröhliche Melancholie mit Kerzenschein und den typischen weihnachtlichen Gerüchen. Diese grelle, laute Inszenierung namens Christmas, gern auch X-mas genannt, sei einfach nichts für sein deutsches Gemüt. Kann ich gut verstehen. So toll ich Amerika finde – Weihnachten können sie einfach nicht. Zwar ist das penetrante Christmas-Getöse dank Coca Cola, dem von Coca Cola erfundenen Weihnachtsmann, den von Coca Cola bezahlten Medien und den von Coca Cola geliebten Einzelhändlern inzwischen auch bei uns uns angekommen. Aber es gibt eben auch noch Tannenbäume, echte Kerzen, und sogar eine typisch weihnachtliche Atmosphäre im Zimmer, wenn alle beisammen sitzen und manche ausnahmsweise sogar mal für eine Stunde oder länger die Glotze abschalten und statt Last Christmas womöglich was Klassisches aus dem Lautsprecher kommt. Wenn alle ein paar Takte ruhiger und friedlicher gestimmt sind als sonst. Ich wünsch Euch ein frohes Weihnachtsfest!

2 Kommentare
  1. Klaus sagte:

    Ich kann das nur bestätigen. Vor 15 Jahren habe ich mal Weihnachten in USA gefeiert. es war nicht möglich, irgendwo eine echte Tanne zu bekommen, nur Plastikscheiß und Blinklichter. Allerdings muss ich zugeben, dass die Häuser alle sensationell geschmückt waren. Kitschig, aber schön. Ich bevorzuge aber insgesamt auch unsere Art die Geburt unseres Herrn Jesus Christus zu feiern und freue mich schon seit Tagen auf eine stimmungsvolle Heilige Messe heute Abend.

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  2. B-like-Berlin sagte:

    Unsere ‚Gesellschaft‘ ist doch auch auf dem Weg dahin, dass nur noch zählt, was sich im Brutto-Inlands-Produkt niederschlägt. Atmosphäre passt da nur rein, wenn sie sich in Verkaufs- und Umsatzzahlen fassen lässt.

    @Klaus: Vor knapp 10 Jahren war ich über Weihnachten in den USA und konnte dort problemlos einen Weihnachtsbaum kaufen. Einen echten, großen – und der Händler, er hatte sein Geschäft auf dem Parkplatz einer Mall aufgeschlagen, hatte ein großes Angebot.

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