Corona-Gewinner und Corona-Verlierer

Die einen sind auch in Zeiten von Corona sicher und leben weiter, wie immer. Die anderen kämpfen gerade um ihre Existenz. Der Lockdown trifft unterschiedliche Bevölkerungsgruppen auf radikal unterschiedliche Weise. Und je länger er geht, desto fundamentaler werden am Ende die Karten neu verteilt sein.

1. Beispiel aus der Medienbranche

Beispiel: Private Radios leben allein von Werbung. Derzeit bucht aber niemand Werbezeit. Wieso auch? Es brächte nichts, für Produkte oder Dienstleistungen zu werben, die gerade nicht verkauft werden dürfen. Die Verluste der Sender seit Beginn des Lockdowns sind existenzgefährdend: Bis zu 85 Prozent Minus binnen weniger Tage. Viele Sender haben Kurzarbeit angemeldet. Die meisten machen das allerdings nicht öffentlich. Freie Mitarbeiter werden auf Null gestellt und bekommen keine Aufträge mehr. 

Öffentlich-rechtliche Radios leben dagegen vorzugsweise von Gebühren. Die fließen unvermindert auch in Krisenzeiten weiter. Einschränkungen gibt es für die ARD-Sender nicht. Im Gegenteil: Dank Corona haben sie ein neues Podcast-Format mit immensem Erfolg launchen können, nämlich den Corona-Podcast mit dem Berliner Virologen Drosten. Bevor alle vor Ehrfurcht erstarren angesichts dieser Leistung: Der NDR hat auf die Schnelle zehn (!) Mitarbeiter für die Arbeit an diesem Projekt mobilisieren können. Das geht nur mit krisenfester Gebühr.

Unter Strich kommt dabei folgendes heraus: Das eine System kämpft mit dem Rücken zur Wand und verkleinert sich, um die Kosten irgendwie an die wegbrechenden Einnahmen anzupassen. Das andere System denkt sich aus, wie und wo es gern Weiterwachsen möchte, definiert entsprechenden Finanzbedarf und bekommt ihn von den Landesparlamenten zuverlässig als Rundfunkgebühr genehmigt. Die Frage, wer hier nach Corona dominiert, ist nur noch rhetorisch.