Corona sorgt für unerwartete Fronten: Sozialisten ergreifen versehentlich Partei für Besitzer von Geschäfts-Immobilien in A-Lagen. In Bad Aibling haben Antidemokraten die beiden demokratisch gesinnten Bürgermeister-Kandidaten unterstützt, was die einen den anderen zum Vorwurf machten und die anderen bei den einen nicht einmal bemerkten. Vor den Supermärkten sieht es neuerdings dystopisch aus. Und der Trend der selbstgenähten Anti-Seuchen-Maske dient eher der Mode als der Gesundheit.

Wer ist schlimmer: Konzern oder Grundbesitzer?

Adidas, H&M und andere Großunternehmen, für Sozialisten sogenannte „Konzerne“, setzen ihre Mietzahlungen aus. Das sorgt für viel Protest. Ein Schutzgesetz, das für Bedürftige gemacht sei, werde missbräuchlich eingesetzt. Genügt es wirklich, „Konzern“ im sozialistischen Sinn zu sein, um auch im Fall eines annähernd vollständigen Umsatzeinbruchs keine Notlage für sich reklamieren zu dürfen? Und warum sind Immobilienbesitzer für Sozialisten plötzlich so schützenswert? Gerade noch sollten Grundbesitzer nach Ansicht der gesamten sozialistischen Bündnisbreite von Ralf Stegner bis zu Stalinisten enteignet werden. Nebenbei: Viele Mietverträge in A-Lagen basieren auf Geschäftsumsatz. Insoweit könnte sich die Empörung mal legen.

Antidemokraten und Kontaktschuld

In den letzten Tagen vor der Stichwahl wurde der Ton im Bürgermeisterwahlkampf in Bad Aibling durchaus noch mal härter. Die härteste Attacke fuhr eine Stadträtin der Grünen. Sie warf dem Kandidaten der CSU implizit und indirekt Kollaboration mit der AfD vor. Was war geschehen? Der örtliche AfD-ler vom Dienst hatte für die Stichwahl zur Stimmabgabe für den CSU-Mann aufgerufen. Die CSU distanzierte sich eiligst von der unerbetenen Hilfe. Die Grüne focht das nicht an. Sie schalt die CSU weiter, nicht, weil die etwas Kritikwürdiges gesagt oder getan hätte, sondern weil ein AfD-ler etwas sagte. Augenscheinlich stand die grüne Stadträtin auch nicht allein da. Ihre gesamte Bündnisfront schwieg oder verteidigte sie, bis hin zur Linkspartei. Ja, auch die Linke hat den einen oder anderen Aktivisten in Bad Aibling. Die Partei also, die als herrschende Staatspartei verantwortlich war für: Zwangsadoptionen, kasernenhafte Unterbringung vietnamesischer Gastarbeiter, Zwangsabtreibung der Babys vietnamesischer Gastarbeiterfrauen, systematische Folterung und sexuellen Missbrauch von Jugendlichen in „Jugendwerkhöfen“, Verbannung von Menschen aus ihren Heimatorten, Knast für politische Widerworte und – immerhin davon haben die meisten schon gehört – Erschießen von Menschen, die lediglich den Wohnort über die Mauer nach Westen verlegen wollten. Dass ein örtlicher Linke-Wortführer sich in der Stichwahl für die grüne Kandidatin stark machte, war übrigens keiner Erwähnung wert. Bürgerliche sind für Kontaktschuldvorwürfe zu seriös. Und sie haben die Stichwahl gewonnen. Zwar knapp, aber gewonnen.

Kein Skandal: Linksaußen wirbt für Grüne

Shoppen vor dem Weltuntergang

Vor dem Edeka in Bad Aibling stand heute eine lange Schlange vor dem Eingang. Ein blau uniformierter Gorilla mit Gesichtsmaske stoppte jeden, der hineinwollte. Nur, wenn jemand auf der anderen Seite das Geschäft verließ, ließ er den ersten in der Schlage hinein. Der Sinn der Aktion erschließt sich natürlich. Sie soll sicherstellen, dass sich drinnen kein Gedränge aufbaut und die Verbreitung von Viren begünstigt. Das funktioniert auch. Der Laden war angenehm leer. Aber die Szenerie wirkt düster und dystopisch. So sollte es bitte nicht womöglich noch Monate weitergehen.

Masken und keine Masken

Überhaupt haben sich Gesichtsmasken schlagartig verbreitet. Im Supermarkt tragen jetzt sämtliche Mitarbeiter eine. Die Älteren haben sich tatsächlich amtliche FFB-Masken mit Ventil umgebunden. Die Jüngeren nehmen mit einfachen OP-Masken vorlieb. Der Eigentümer hat offenbar aus mehreren Chargen und Quellen Masken für seine Leute besorgt. Verkauft hat er keine. Trotzdem tragen auch Kunden Masken. Wo sie die besorgten weiß ich nicht. Beim Metzger tragen die Verkäuferinnen dagegen keine Masken. Trotzdem sind sie geschützt. Von der Decke bis fast auf den Tresen hängt jetzt eine durchsichtige Kunststoffwand als Virenschutz herab. Neben mir stand ein älterer Kunde. Er trug eine augenscheinlich selbst genähte Maske. Über der Nase und am Kinn saß sie stramm. Seitlich an den Wangen hing sie durch. Da konnte man wie durch einen Tunnel hindurchsehen. Eine solche Maske ist den Viren egal. Als modisches Statement zur Corona-Saison mag sie aber taugen. Immerhin.

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