Datenüberwachungsdebatte wegen Norwegen: Die übliche Netz-Propaganda der Sicherheitspolitiker

Man kann die Sache relativ zügig abfackeln: Norwegen hat eine Daten-Vorratsspeicherung. Sie hat den Anschlag in Oslo und das Massaker auf Utoya nicht verhindert. Der Täter nutzte das Netz freilich intensiv. Er recherchierte Rezepte zum Bau von Bomben, er besorgte sich den propagandistischen Hintergrund, er knüpfte Kontakte, er ersurfte sich nach eigenen Angaben 8000 E-Mail-Adressen mutmaßlicher Gesinnungsfreunde, an die er vor seinem Mordzug sein Manifest-Pamphlet schickte. Und niemand hat es gemerkt, trotz Vorratsdatenspeicherung. Das könnte daran liegen, dass der Attentäter, wie er selber schreibt, das Tor-Netz nutzte und so erst gar keine Datenspuren hinterließ, die in digitale Vorratsspeicher fließen können. Dass Innenpolitiker von Bund und Ländern das Norwegen-Verbrechen für ihre Forderungen missbrauchen, ist unsäglich. Sie haben nichts mit der Bekämpfung von Verbrechen zu tun. Sie erschweren weder Terror noch Kinderpornografie. Wer das offene Netz kontrollieren will, hat offensichtlich nicht die Sicherheit im Sinn, sondern im besten Falle Dummenfang. Motto: Es kommt nicht darauf an, ob Kinderschänder oder Massenmörder gefangen und Taten verhindert werden, sondern darauf, ob für blöd gehaltene Bürger irgendwelche Wortspenden für wertvoll halten können.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.