Nach dem Anschlag von München haben politischen Akteure vieler Seiten erhebliche Peinlichkeiten produziert. Manche haben dafür berechtigte Prügel bezogen. Andere werden dagegen ernst genomnmen. Hier die wichtigsten Typen und Typologien, die die Schüsse und die Toten von München sogleich in ihre Dienste stellten.

[red_box]Die üblichen AfD-Gestalten. Ich glaube, die hatten zwischendurch richtig Angst, der Schütze könne rein deutschen Blutes sein. Sie hatten sich ja früh aus dem Fenster gelehnt, Merkels Flüchtlingspolitik ins Spiel gebracht, die Zuwanderung, die Schläfer, etc. Mei, müssen die aufgeatmet haben, als sich die persische Herkunft des Schützen herausstellte. Seitdem halten sie sich so fest die Ohren zu, dass die Wascheln schon ganz zerdrückt sind. Darum haben sie von dem, was München von Würzburg unterscheidet, nichts mehr mitbekommen. Seis drum. Die haben nichts zu sagen.[/red_box]

[yellow_box]Die üblichen Blockwarte von links, die bei jedem Ereignis Zensuren erteilen.

Das war kein Anschlag, sondern ein Amoklauf. Solche Bilder darf man aber nicht zeigen. Können wir jetzt mal diskutieren, wie Medien mit sowas umzugehen haben? Mämämä und Mimimi.

Gott, gehen mir diese Klugscheißer auf den Sack! Aber zu sagen haben die zum Glück auch nichts.[/yellow_box]

[blue_box]Viel zu sagen hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Der forderte nach dem Münchner Attentat eine Verschärfung des Waffenrechts. An der Aufgabe, zwischen der Tat und seiner Forderung eine kausale Verbindung herzustellen, scheitert er genauso wie die AfD-Tiefflieger. Hätte ein schärferes Waffenrecht dieses Verbrechen verhindern können? Die Antwort heißt nein, denn die Waffe stammt ja, wie wir inzwischen vermuten können, aus der Schwarzmarktecke des Internet. Außerdem wäre dann noch zu fragen, wie man das Waffenrecht überhaupt noch weiter verschärfen könnte. Absolutes Messerverbot in Privathaushalten? Brotschneiden nur noch beim Bäcker unter Aufsicht einer zu diesem Zwecke in der Backstube zu stationierenden GSG9-Einheit?[/blue_box]

[green_box]Viel zu sagen hat auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Der forderte nach dem Münchner Attentat die Zulassung von Bundeswehreinsätzen im Innern. Dieselbe Frage: Hätte die Bundeswehr den Münchner Amoklauf verhindert? Natürlich nicht. Herrmanns Forderung ist genauso unterbelichtet wie die seines Bundeskollegen. Die Bundeswehr hätte auch beim Einsatz danach nichts geholfen. Es gab keine Personalnot. Ganz München war quasi polizeilich besetzt. Das ging ratz fatz. So gesehen hat das ohne Bundeswehr super funktioniert. Was will Herrmann also wirklich? Vielleicht will er einfach nur mal im Leo über den Marienplatz kajolen.[/green_box]

Halten die ihre eigenen Gesetze für so schlecht, dass sie glauben, sie müssten nach jedem größeren Verbrechen neue beschließen?

Ich habe den Eindruck, sie sehnen sich nach dem ultimativen Supergesetz, mit dem sie das Verbrechen ein für allemal abschaffen. Ein für allemal. Ein wunderschönes Wort. Ein für allemal. Verbrechen abgeschafft.

Die banale Wahrheit ist nur, dass sie dann die Menschen abschaffen müssten. Es wird nämlich immer gute und böse Menschen geben, und weder Herr de Maizière noch Herr Herrmann werden das ändern. Folglich ist das, wovon die beiden träumen, eine Mischung aus 1984 und Minority Report. Und das empfinde ich als Alptraum.

1 Antwort
  1. Gerhard Lehrke sagte:

    Ich bin, was den Einsatz der BW im Inneren angeht, etwas anderer Meinung. Ob der Anlass „München“ hinreicht, der Forderung Nachdruck zu verleihen, ist sicher zu bezweifeln, aber grundsätzlich sollte man das Thema diskutieren. Ich will das nicht herbeireden, aber sollte es mal zu einem Angriff mit schweren Waffen kommen, könnte Militär mit seinem Equipment möglicherweise hilfreich sein. Bewerten kann ich das nicht, ich bin kein Militärfachmann. Das müssen andere tun.

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