Die wichtigste Erkenntnis aus dem heutigen Börsentag lautet: Die Politik hat ihren Kredit aufgezehrt. Mehr gibt’s nicht – jedenfalls nicht unter den Bedingungen demokratischer Systeme. Auch der Bruch aller Regeln und Absprachen hilft nicht weiter. Ein solcher Bruch war heute die Entscheidung der EZB, italienische und spanische Anleihen zu kaufen. Die Bundesregierung war vom Bundestag darauf verpflichtet worden, keine europaweite Stützungsaktion zuzulassen. Das wird der Regierung demnächst im Bundestag um die Ohren fliegen. Geholfen hat es auch nicht. Die Kurse rauschten trotzdem ab.

Das Spiel ist absehbar vorbei. Mehr Schulden lassen die Märkte offenbar nicht zu. Da hilft das Fluchen auf Banken, Investoren und Rating-Agenturen auch nicht. Die Politik kann noch so sehr das „Primat der Politik“ verlangen, aber das Primat der marktwirtschaftlichen Grundregeln, die schon vor der Politik funktionierten und auch nach der Politik funktionieren werden, kann sie nicht außer kraft setzen. Es lautet: Man kann auf Dauer nicht mehr ausgeben als man hat. Geld lässt sich nicht beschließen, es lässt sich nur verdienen.

5 Kommentare
  1. Jörg Kremer sagte:

    Die freien Märkte spielen mal wieder verrückt. Und dank der Intervention der EZB, die italienische und spanische Staatsanleihen aufkauft, konnte der Mega-Crash verhindert werden. Immer wieder zeigt sich, dass es der Markt nicht richtet.

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  2. Ulrich Manske sagte:

    Die Märkte spielen nicht verrückt. Die reagieren sehr vernünftig. Nur unsere Politiker richten immer mehr Schaden an, weil sie die Signale nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

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  3. Jörg Kremer sagte:

    @Ulrich Manske. Da gebe ich Ihnen völlig recht. Die Politiker z.B. in Spanien und Irland haben in der tat jahrelang verrückt gespielt, als sie die Steuern bis zum geht nicht mehr senkten und durch Gesetzesliberalisierungen höchspekulativen Finanzaktivitäten Tür und Tor öffneten.

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