Es gehört zu den Grundfesten unserer Volksbürokratie, dass die Verwaltung dem Bürger die Zeiten zuteilt, zu denen es ihm gestattet ist, Einkäufe zu erledigen. Mit Logik hat das nichts, mit amtlicher Anmaßung dagegen alles zu tun. Den jüngsten Einblick in die Welt der Ordnungsbeamten enthüllt jetzt die Hannoversche Neue Presse. Demnach brütet das niedersächsische Sozialministerium gerade über einem Erlaß, der präzise regelt, wer wo Sonntags Schnittblumen kaufen darf.

Vor allem die Verkaufsfläche muss dafür kleiner werden, warum auch immer. Hat ein Händler mehr als 700 Quadratmeter Verkaufsläche, darf er Sonntags keine Schnittblumen mehr verkaufen. Hat er 699 Quadratmeter oder weniger, dann darf er. Allerdings nur drei Stunden lang. Das, so sind die amtlichen Besserwisser in Niedersachsen schon immer überzeugt, genüge für Waren “des täglichen Kleinbedarfs”, dem auch Blumen zuzurechnen sind.

Kann es sein, dass die niedersächsische Sozialbürokratie nicht ganz ausgelastet ist und sich darum diesen Erlass ausgedacht hat? Oder wie kommt man sonst auf so etwas?

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