Na, wenn jetzt auch die Ethik-Kommission der Bundesregierung, eigens zu diesem Zwecke berufen, die Atomkraft nur noch für zehn Jahre für vertretbar hält und dann nicht mehr, dann ist das letzte Wort wohl gesprochen. Immerhin saßen da auch Geistliche und diverse Lobbyisten der Klimagutachter-Industrie, von der Regierung beauftragt, eine Entscheidung zu fällen, nachdem sich die politischen Parteien, vor allem ihr parlamentarischer Teil, vor einer eigenen Entscheidung über die Atomkraft drücken. Das kann man getrost Arbeitsverweigerung gegenüber dem Wähler nennen. Noch weit schlimmer ist allerdings  das Etikett “Ethik”, in deren Namen die Kommission entschied. Nicht mehr Naturwissenschaftler und Ökonomen werden gehört, um Risiken und Nutzen einer umstrittenen Energiegewinnung abzuwägen und den Politikern eine Entscheidungsgrundlage zu verschaffen, sondern ein diffuses Gremium aus Moralpredigern und Schwätzern. Das ärgste dabei ist: Da ja die Atomentscheidung höchsten Ortes zur ethischen Frage erhoben wurde, darf jeder, der anders darüber denkt, als unethisch diffamiert werden. Das ist zwar nicht besonders neu, fanatische Anti-AKW-Aktivisten halten schon immer alle Andersdenkenden für Verbrecher, für Büttel der Atomindustrie und damit im Prinzip frei zum Abschuss, aber dass solche vorzivilisatorischen Muster mit regierungsamtlichem Siegel versehen werden, ist neu.

3 Kommentare
  1. Frank Rawlinson sagte:

    Ich bin zwar schon sehr lange der Meinung, dass die Kernenergie untragbare Risiken birgt, aber die Beschreibung der Diffamierung, der Kaperung des Ethischen treffen ins Schwarze und der schwindelerregende Zick-Zack-Kurs der Regierung (?) entsetzt mich. Lieber Demokraten, die anderer Meinung sind, als Politiker, die Ihre Meinung versuchen vermeintlich majoritätskompatibel zu gestalten.

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