Mal wieder so eine Meldung, bei der man zwei Mal hinschauen muss, um zu glauben, was da steht: „Innenpolitiker fordern ein deutsches Google“. Und dann finden sich da auch noch zwei Namen, die für durchgehenden Blödsinn schon lange berühmt sind: Hans-Peter Uhl von der CSU und Dieter Wiefelspütz von der SPD. Wollen jetzt also ein deutsches Bundesgoogle, womöglich als steuerfinanziertes Angebot. Oder vielleicht als ARD-ZDF-Google unter dem staatsvertraglichen Dach der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Weil es nicht angehe – das ist jetzt wieder ganz ernst gemeint –, dass amerikanische Geheimdienstler mitlesen, was deutsche Surfer im Netz machen.

Ein Gedanke, bei dem man zwei Mal Luft holen muss, um auf den Casus Knaktus zu stoßen. Denn es stört Uhl und Wiefelspütz keineswegs, dass Websurfer bespitzelt werden, sondern es stört sie, dass die Amerikaner das tun. Und sie sind wohl auch ein bisschen neidisch, dass sie das nicht so können wie die US-Geheimdienste. Denn wir haben es ja hier mit zwei Politikern zu tun, die absolut nichts dabei finden, Meldedaten der Bundesbürger zur Handelsware zu machen oder den Behörden jederzeitigen Blick auf jedermanns Bankkonto zu gewähren.

Es ist schon ein ziemlich schlechter Witz, dass Ulhl und Wiefelspütz ihre Forderung am selben Tag erheben, an dem herauskommt, dass der BND massiv in die Online-Überwachung der Bundesbürger investieren will. Aber es gibt da auch eine beruhigende Erfahrung: Regierungen und Behörden sind – wohl genetisch bedingt – einfach zu blöd, um eine Suchmaschine wie Google ins Netz zu bringen. Die Forderung von Uhl und Wiefelspütz ist nämlich uralt. In Frankreich wurde sie auch schon einmal verwirklicht. Es sollte der Start einer europäischen Suchmaschine sein. Sie scheitert vom Start weg und ist nichts anderes als ein Grab vieler Steuer-Euros. Ihr Name ist vergessen. Wer sich dafür interessiert: Hier.

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