Die technischen Möglichkeiten des Internet wären der Horror für DDR und Stasi gewesen

Die Debatte über Edward Snowden und die fast täglichen Enthüllungen über staatliche Lauschangriffe verläuft zunehmend komisch. Jetzt meinte Anke Domscheit-Berg bei Illner, die technischen Möglichkeiten des Internet wären „der feuchte Traum der Stasi gewesen“. Das ist  totaler Quatsch. Das Internet wäre vielmehr der Horror der DDR und der Stasi gewesen. Die Behörden haben die Vorläufer ja noch erlebt, etwa das Aufkommen der ersten Autotelefone. Deren Gebrauch war in der DDR strikt verboten. Ebenso wurde jede Schreibmaschine und jede Matritzenabzugsmaschine sorgfältig registriert (Kopierer gab es quasi noch nicht). Der amtliche Datensammelwahn ist ja nur die Kehrseite einer ansonsten wunderbaren Entwicklung, die darin besteht, dass jeder Bürger schnelleren und freieren Zugang zu Daten aller Art hat. Dieser Vorteil überwiegt den Nachteil bei weitem. Die SED-Führung wäre sehr fix hinweggetwittert worden. Wenn die Enthüllungen der letzten Wochen für eine generelle Schlussfolgerung gut sind, dann allein für die: Es sind immer staatliche Stellen, die bedrohlich sind. Das sollte man bedenken, wenn Politiker über Google und Facebook schimpfen.

3 Kommentare
  1. Axel sagte:

    Komisch, dass ich meine Schreibmaschine in der DDR ganz ohne Personenkontrolle kaufen konnte.
    Eine Kontrolle sämtliche Schreibmaschinen wäre auch völlig unmöglich gewesen, zumal jedes Jahr hunderttausende Abschlussarbeiten (Facharbeiter, Diplome …) anfielen. Und natürlich aller möglicher Geschäftspapierkram, behördliches etc …

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  2. Axel sagte:

    Autotelefone waren in der DDR übrigens nicht verboten. Es gab kein Infrastruktur dafür und logischerweise dann auch keine Geräte. Und was die Abhörbarkeit angeht: Solche Teile wären sogar noch besser abhörbar gewesen als jedes normale Telefon. Die Stasi hätte sicher nichts dagegen gehabt.

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