Was ist das eigentlich für eine komische politische Landschaft, in der seit zwei Tagen quasi alle relevanten Medien wissen, dass am Sonntag gegen 16 Uhr der 1. Bürgermeister Hamburgs, Ole von Beust, zurücktreten werde? Praktisch kann man sich das so vorstellen: Herr von Beust hat seine Getreuen gebeten, ihre Kontakte zu Journalisten zu nutzen, um denen quasi vertraulich zu stecken, dass sein Rücktritt bevorstehe. Also rufen die so an, wen sie so in den Redaktionen kennen. Die Redaktionen nehmen diese informelle Info dankbar auf und schreiben dann, sie hätten exklusiv und aus den gern zitierten informierten Kreisen die Sensation erfahren. Es handelt sich um eine Form von Hofberichterstattung, die nur deshalb funktioniert, weil Politik und Medien sich sehr nahestehen. Man kennt sich, man vertraut sich, man stützt sich.

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