Die Welt ist keineswegs kaputt. Die Welt ist schön. Das Leben ist lebenswert. Und wer etwas anders behauptet, der lebt in einer Scheinwelt. Die Welt geht auch nicht morgen unter. Voraussichtlich auch nicht nächstes Jahr. Auch 2020 werden wir wieder Weihnachten feiern. Und wohl auch 2021. Und lange danach auch noch. Und immer wird es geben, was es unter Menschen immer gab: Zukunft und Hoffnung.

Ist es nicht verrückt? Einerseits malen Klima-Apokalyptiker den kurz bevorstehenden Zusammenbruch unserer Gesellschaften an die Wand und propagieren ein Leben als Selbstversorger in sektenartigen, bewaffneten Gemeinschaften – eine Art Artamanentum, nur eben nicht öko-nazistisch, sondern öko-links.

Aber andererseits erforschen Wissenschaftler, wie Menschen immer älter werden können, womöglich 1000 Jahre alt.

In beiden Fällen berufen sich die Akteure auf „die Wissenschaft“ oder sind selber Wissenschaftler. Im einen Fall aber als Propheten des nahenden Untergangs, im anderen als Verkünder von Hoffnung.

Wer hat recht?

Schwer zu sagen. Niemand kann in die Zukunft sehen. Schon möglich, dass die heutigen Apolyptiker recht haben, die sagen, in 12 Jahren sei es vorbei mit dem Leben auf der Erde, zumindest dem, das wir bisher kannten.

Aber das wäre eine handfeste Überraschung. Denn in der bisherigen Menschheitsgeschichte haben sich noch alle Untergangspropheten getäuscht und zumeist als Scharlatane entpuppt.

Im christlichen Abendland sind Endzeit-Entwürfe fester Bestandteil der Ideengeschichte seit dem Mittelalter. „Das Ende von Welt und Zeit trieb die Menschen des Mittelalters wie kein anderes Thema um“, schreiben die Regensburger Historikerinnen Susanne Ehrich und Andrea Worms.

Daran hat sich wohl weniger geändert als man angesichts der Aufklärung erwarten dürfte. Die düsteren Voraussagen des Club of Rome aus dem Jahr 1972 über die „Grenzen des Wachstums“ erwiesen sich beispielsweise allesamt als falsch, darunter die als wissenschaftliche Tatsache behauptete Annahme, ab dem Jahr 2000 seien sämtliche Ölquellen der Erde ausgebeutet.

Allerdings schaffte es der Club of Rome, seine Absonderlichkeiten im politischen Raum zu popularisieren. Das gelang besonders gut in Deutschland. Die 1970er Jahre waren die Zeit nach der linken Studentenrevolte, als sich die Protestbewegungen formierten und dann 1980 die grüne Partei gründeten. Angst vor der Apokalypse stand von Anfang an im Mittelpunkt der Programmatik, woran sich bis heute nichts geändert hat.

Die Geburt Jesu ist dagegen Ausdruck von Hoffnung. Also: Optimismus. Was spricht dagegen, dass der Mensch auch diesmal einen Ausweg findet?

Natürlich nichts.

Weihnachten steht für Hoffnung und Neubeginn.

In diesem Sinn: Fürchtet Euch nicht. Frohe Weihnachten und ein tolles Jahr 2020.

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