Wahlkampfhilfe aus Oslo: Ellen Johnson Sirleaf

Der Friedensnobelpreis ist eine Million Euro wert. So hoch ist das Preisgeld, das das Nobel-Komitee jedes Jahr an den oder die Preisträger zahlt. Vor zwei Jahren bekam US-Präsident Barack Obama den Preis. Da war er gerade frisch gewählt. Eine Leistung für den Weltfrieden, die den Nobelpreis rechtfertigte, hatte er nicht vorzuweisen. Das Komitee begründete den Preis darum mit kommenden Taten. Das war kühn – und es stellte sich heraus, dass auch Nobelpreis-Juroren nicht in die Zukunft sehen können.

Dieses Jahr geht es noch toller zu. Der Preis für Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf ist ein Witz und eine undemokratische Anmaßung. Frau Sirleaf steckt mitten in einem Wahlkampf. Dank der Einmischung aus Oslo dürfte sie den jetzt gewonnen haben. Dabei ist es fraglich, ob sie zu den Guten gehört. Die einzige Verstrickung in das Mörder-, Kindersoldaten- und Blutdiamantensystem ihres Vorgängers Charles Tayler, die sie zugibt, ist eine Geldspende von 10.000 Dollar. Die Wahrheitskommission ihres Landes will Schlimmeres entdeckt haben. Dank einer Mehrheit ebenfalls belasteter Parlamentarier wurden die Ermittler abgeschaltet.

Es gibt verdientere Leute auf der Welt. Mustafa Muhammed Abd al-Dschalil, Muhammed Yunus, die Blogger von Ägypten, Helmut Kohl, noch einige mehr. Es gab eine Zeit, da wurden der Dalai Lama oder Arafat und Begin mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Da war das Preisgeld eine angenehme Dreingabe, wenig im Vergleich zur Ehre. Jetzt ist dieser Preis nichts anderes als eine Prämie für politisch Gleichgesinnte der linksgewirkten Jury in Oslo.

Ziemlich erbärmlich.

Foto: UK Department for International Development via flickr

2 Kommentare
    • bitterlemmer sagte:

      Natürlich Helmut Kohl. Für den Frieden auf der Welt hat er gewiss mehr zustande gebracht als Obama.

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