Rechtlich gesehen ist die Aktion nicht ganz koscher: Die Bild-Zeitung verschenkt zurzeit Tippscheine für die europaweite Euro-Millionen-Lotterie. Die Teilnahme ist in Deutschland verboten. Das steht im Glücksspiel-Staatsvertrag, den die Bundesländer unterzeichnet haben und der Gesetzeskraft hat, so ähnlich wie der Rundfunkstaatsvertrag, der ARD und ZDF ihr Gebührenmonopol sichert. Sinn des Glücksspielstaatsvertrags ist das Glücksspielmonopol der Länder, auch, wenn die Politiker immer fürsorglich behaupten, ohne sie würde die zügellose Massen-Glücksspielsucht ausbrechen. Alle, bis auf einen.

Der heißt Peter Harry Carstensen und nimmt leider demnächst seinen Abschied. Unter seiner Ägide hat Schleswig-Holstein den Bevormundungskurs der anderen Länder verlassen. Schleswig-Holstein will jetzt tatsächlich Ernst machen und den Glücksspiel-Staatsvertrag nicht mehr mittragen. Damit ist er bundesweit hinfällig. Kiel will stattdessen ein Lizenzmodell. Damit hätten private Anbieter die Chance, aus ihren Schmuddelecken zu kriechen. Außerdem dürften dann auch Deutsche um den Euro-Millions-Jackpot spielen. Und die Bild-Verlosung wäre aus der rechtlichen Grauzone heraus.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.