Hatz auf die Sündenböcke macht die Euro-Schuldenpolitik nicht besser

Heute früh krähte ein Moderator von Antenne Bayern in Stammtischmanier ins Mikrofon, die Ratingagenturen seien kriminelle Verbrecher. Damit hat er nur nachgebetet, was die politischen Führer in Deutschland und Europa gerade vorbeten, zuletzt EU-Justizkommissarin Viviane Reding. Die verlangte jetzt schlicht die Zerschlagung der Rating-Agenturen. „Europa darf sich den Euro nicht von drei US-Privatunternehmen kaputt machen lassen“. Dieser Satz ist hassgeladenes Ressentiment pur. Den Euro machen die europäischen Regierungen ganz allein kaputt. Die Rating-Agenturen bewerten nur im Auftrag ihrer Kunden, was die Währungen wert sind. Offenbar passt den Politikern nicht, dass sie dabei die „politische und philosophische“ Komponente der Euro-Währung nicht berücksichtigen. Die hat Euro-Mitschöpfer Theo Waigel gerade wieder beschworen. Das war immerhin ehrlich, denn der Euro war ein politisches Projekt, kein wirtschaftliches. Genau darin liegt ja jetzt das Problem. Die einzigen, die beim Anblick von Euro-Scheinen in europatriotische Gefühlswallungen ausbrechen, sind Politiker. Alle anderen bezahlen damit ihre Einkäufe. Dabei zählt nur eines: Der Wert der Währung. Das sehen Leute wie Du und ich nicht anders als die Rating-Agenturen.

1 Antwort
  1. Conny Ferrin sagte:

    Geht das jetzt wieder los, wie in den 70ern, als plattenansagende Linke meinten, ständig das Zeitgeschehen kommentieren zu müssen? Es reicht doch schon, wenn man bei den offiziellen Kommentatoren („Experten“) oft das Gefühl hat, sie plappern einfach unbedarft den Mainstream nach!

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