Beamtenbund-Chef Peter Heesen (Bild via dbb.de)

Ach, wie tun sie mir leid, all diese Funktionäre, die nur tun, was sie müssen, nicht was sie wollen. Denn wenn sie könnten, wie sie wollten, würden sie ja ganz anders, als sie aber leider müssen. Etwa Streik beim Winterdienst, jetzt, wo der Schnee überall kniehoch liegt, “wir wollen so einen Streik nicht”, sagt der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Peter Heesen, aber leider, kann man halt nichts machen, “wenn es nötig wird, dann werden wir es machen”. Armer Herr Heesen, arme beamtete Schneeräumer, was tun sie mir alle leid, diese privilegierte Kaste, abgesichert für alle Fälle des Lebens, für Krank- wie Altwerden, bestens bezahlt, mit dem richtigen Standesbewusstsein, dem Wissen, oben zu sein in dieser Gesellschaft, nicht für die Bürger dazusein, sondern umgekehrt, die Bürger haben sich zu fügen, in die Schlange einzureihen, ihre Wartenummern zu ziehen, ihr Konto nackig zu machen, zu zahlen, damit die Kaste, die Herr Heesen vertritt, bekommt, was der oberste Dienstherr ihr so zugedenkt.

Aber zurück zum Wollen und Müssen, zum Herrn Heesen, der ja auf keinen Fall “so einen Streik” will und aus purem Pflichtbewusstsein fügsam trotzdem die schwere Last schultern würde. Man möchte ihm zurufen: Herr Heesen, quäl dich nicht so. Wenn du nicht streiken willst – lass es einfach! Tu nur, wonach dir ist! Genieße dein Leben! Lass dich treiben! Gönn dir mal was! Nimm’s dir vor, als Vorsatz für das neue Jahr! Tu, was du willst, nicht, was du musst, und du wirst ein anderer Mensch. Schöner, attraktiver, begehrter, lustiger, menschlicher. Nicht mehr so entsetzlich grau. Einfach besser.

Und du müsstest uns auch nicht mehr verarschen mit Sätzen wie dem oben zitierten, den dir eh niemand abnimmt. Dasselbe, liebe Funktionäre und Politiker, gilt auch für alle anderen, die uns “in diesen schweren Zeiten” mit ihrem Gram beschweren und dieselbe rhetorische Floskel vom leider etwas tun müssen, was wir nicht tun wollen, auf die Schippe nehmen.

Die Zeiten sind in Wahrheit nicht besonders schwer, sondern besonders leicht (kein Krieg, kaum Armut, viel Wohlstand, viele Flachbildschirmfernseher auf den gerade geräumten Weihnachtsgeschenktischen, kein Hunger, was Anzuziehen, frisches Wasser aus der Leitung, etc.). Bissl Dankbarkeit wäre eher angebracht als das Gejammer der grauen Herren Heesen & Co. Und das wird auch 2011 so sein. Ein weiteres Jahr zum Genießen, aus dem jeder macht, wonach ihm der Sinn steht.

2 Kommentare
  1. Benni sagte:

    Sehr schöner Artikel. In diesem Sinne würde ich empfehlen, in Zukunft eine geringere journalistische Sorgfaltspflicht mit den Mühen des Recherchierens zu entschuldigen ;-)

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