Das ist jetzt der letzte Beitrag meiner Serie zum OLG München und zur Zulassung der Öffentlichkeit zum NSU-Verfahren, denn jetzt wird alles gut. Das OLG München hat sich das OLG Mannheim zum Vorbild genommen und macht es jetzt ähnlich wie beim Kachelmann-Verfahren. Die Medien werden in Gruppen eingeteilt – deutsch, ausländisch, Agentur, Tageszeitung, Radio, Fernsehen – und die Sitze für jede Gruppe verlost. Am 29. April werden die Richter Glücksfee spielen. Hetzen muss diesmal niemand. Alle Medien haben Zeit bis nächsten Dienstag, 24 Uhr, um ihre Berichterstatter anzumelden.

Bis dahin werden vermutlich etliche Redaktionen miteinander telefonieren oder E-Mails austauschen und versuchen, im vorhinein Pools zu bilden. Das ist zwar auch anstrengend, aber allemal besser als die bisherige Lösung, weil so am Ende tatsächlich jeder die Chance bekommt, irgendwie im Saal einen Berichterstatter seines Vertrauens zu haben. Lobenswert ist auch, dass öffentlich-rechtliche und private Radio- und Fernsehsender gleich behandelt werden. Das Gericht hat je zwei Plätze für die Fernsehsender beider Gattungen und je drei Plätze für die Radiosender beider Gattungen vorgesehen. Und auch dann, wenn die Lose vergeben sind, können sich die Medien noch zu Pools zusammenfinden. Ein Medium, das einen Sitz bekommen hat, kann den jederzeit auch einem Kollegen zur Verfügung stellen, der für ein anderes Medium akkreditiert wurde.

Man könnte jetzt fragen: Warum nicht gleich so?

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