Sie führt den Diskurs, den die Kanzlerin verweigert: Familienministerin Kristina Schröder

Familienministerin Kristina Schröder wird vielleicht deshalb gern unterschätzt, weil sie erst 33 Jahre alt ist. Dabei gibt es keinen anderen Akteur des bürgerlich-liberalen Lagers, der sich wie sie zum politischen Diskurs aufrafft. Während etwa der kommende FDP-Chef Philipp Röseler nur noch verwaltungstechnisches Klein-Klein betreibt, verändert Kristina Schröder die Gesellschaft. In der FAS hat sie eine scharfe Granate auf Alice Schwarzer, den Lila-Latzhosen-Feminismus und die 68er abgeschossen. Nicht zum ersten Mal.

Darin streicht sie die Forderung nach amtlichen Leitbildern, denen sich Frauen und Männer zu beugen haben, so, wie die Schwarzer-Generation das mit ihren Gleichstellungsbeauftragten auf allen politischen Ebenen, ihren Gender-Lehrstühlen an jeder Uni und ihren quälenden Wortfindungsdebatten über geschlechtsneutrale Sprache in jeder Parteiversammlung von SPD und Grünen durchgesetzt haben. Eine “zeitgemäße Gleichstellungspolitik”, schreibt Schröder, folge nicht dem Anspruch, “alte Rollenmuster durch neue Rollenmuster zu ersetzen”. Vielmehr gehe es darum, “Frauen und Männern Gestaltungsfreiheit über ihren eigenen Lebensentwurf zu geben”.

Eine solche Forderung ist wohltuend freiheitlich und auch eine scharfe Abkehr der Gender-Politik ihrer Vorgängerin von der Leyen. Den “Feminismus des vorigen Jahrhunderts” nennt sie einen “Geschlechterkampf”. Er habe Frauen und Männer gegeneinander ausgespielt. Dem setzt sie die Partnerschaft und die Bindung von Familien entgegen.

Den Feministinnen vom Schlage Alice Schwarzers wirft sie vor, es gehe ihnen in Wahrheit längst nicht mehr um Gleichberechtigung. Manche “Altfeministinnen” würden aus egoisitischen Eigeninteressen “vor allem den Benachteiligtenstatus der Frau verteidigen wollen”.

Schröder: “Wir haben uns so sehr an den Monopolanspruch der Frauenpolitik auf alle Belange der Gleichberechtigung gewöhnt, dass der Gedanke, Jungen und Männer in die Gleichstellungspolitik einzubeziehen, im besten Fall ignoriert und im schlechtesten Fall als Verrat an den Zielen der Frauenbewegung gebrandmarkt wird.”

Als Beleg nennt sie die faktische Gleichsetzung von Gleichstellungspolitik mit Frauenförderung und das Fehlen einer gezielten Förderung von Jungen, obwohl die heute “erwiesenermaßen” die Bildungsverlierer seien.

Kein Zufall ist sicher auch der Zeitpunkt ihrer Attacke. Kommenden Donnerstag findet zum ersten Mal der bundesweite Boys’ Day statt, den sie für Jungen initiiert. Bisher gab es nur einen Girls’ Day, dessen Initiatoren Jungen ermahnten, diesen Tag zur Einkehr und Buße zu nutzen. Sie sollten über männliches und weibliches Rollenverhalten nachdenken, während Mädchen durch Betriebe geführt wurden und Kontakt zu künftigen Ausbildern knüpfen konnten.

 

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