Liebe Kollegen der Frankfurter Rundschau, der Welt, des Spiegel, der Süddeutschen, des Stern, der ftd und sonstige! Kann es sein, dass Ihr Air Berlin nicht mehr so mögt wie früher, weil die Eure Rabatte für den Urlaubsflug von 50 Prozent auf 25 Prozent gekürzt haben? Es ist ja schon auffällig: Vor einigen Tagen waren es zuerst die Super-Duper-Kracher-VIP-Karten, mit denen Super-Duper-Kracher-VIPs sogar völlig kostenlos an Bord durften. Was Ihr dubios und fragwürdig fandet. Und jetzt sind es Extrawürste für Politiker, die sich auf den Sitzen mit mehr Beinfreiheit tummeln dürfen, die ihr als kritikwürdige Lobby-Aktion bewertet.

Seid Ihr womöglich einfach nur neidisch, geizig und sauer, dass Ihr nicht mehr sooo wichtig seid wie einst, als bei Air Berlin das Geld noch locker saß? Und wenn ihr es fragwürdig findet, dass Politiker und andere VIPs von Air Berlin gepampert werden – warum findet Ihr Euer eigenes Verhalten nicht ebenso fragwürdig?

Wie viele Malle-Flüge habt ihr Euch in den letzten Jahren von Air Berlin subventionieren lassen? Und würdet Ihr mir zustimmen, dass es entsetzlich heuchlerisch ist, so zu tun, als sei es nur schlimm, wenn jemand versucht, Politiker zu kaufen, nicht aber, wenn es um Journalisten geht?

Ich finde das einfach nur zum schämen. Und dass sich die Gurkentruppe von Transparency International breitschlagen lässt, den üblichen Sermon beizusteuern, ist auch nicht besser. Bei denen habe ich vor Jahren schon mal angefragt, was sie eigentlich von all den Presserabatten halten, die es ja nicht nur bei Air Berlin gibt, sondern auch bei Elektrofirmen, Autoproduzenten oder Online-Partnerbörsen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Antwort: Keine. Anders gesagt: Bei Transparency International wissen sie wohl, dass sie ohne Journalisten nichts sind, weshalb sie korrupten Journalisten jegliche Korruption lieber verzeihen und darüber schweigen.

Man könnte sagen: Auch eine Art Omerta. Ausgerechnet unter denen, deren Job das Reden wäre.

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