Es geht also doch: Die niederländische Polizei hat es geschafft, hochgesicherte Server der Kinderporno-Mafia aufzuspüren und zu zerstören. Dabei fielen den Beamten 220.000 Bilder und zahlreiche Videos in die Hände. Sie zeigen unbeschreibliche Gewalttaten, darunter die Penetration von Säuglingen und Gewaltexzesse wie Verstümmlung und mutmaßlich Tötung von Kindern. Etliche Foren wurden geschlossen, darunter auch die Sektion „Hidden Files“ mit Plattformen namens „Where monstrous minds meet“ und „Violent Desires“. In diesen Foren haben sich Kriminelle detailliert darüber ausgetauscht, wie man kleine Kinder am besten missbraucht und tötet. Zu den harmlosesten praktischen Ratschlägen in diesem Forum gehörte etwa der Tipp, lieber ein Messer statt einer Pistole zu verwenden, weil der Anblick einer Pistole laute Schreie provoziere.

Den Zugang gewannen die Ermittler bei ihren Nachforschungen im Fall des 27-jährigen Amsterdamers Robert Mikelsons. Er hatte gestanden, seinen Job als Kinderpfleger ausgenutzt und Dutzende Kinder missbraucht zu haben. Bei der Polizei wird bisher von 87 Einzeltaten gesprochen. Mikelsons gehörte zu den Nutzern der verschlüsselten Seiten des Tor-Netzes und soll nach Erkenntnis der Strafverfolger Dateien beigesteuert und heruntergeladen haben.

Deutschen Ermittlern sind die Hände gebunden

Bei ihren Ermittlungen gelang es der Polizei, in zwölf  Server einzubrechen, Dateien zu vernichten und Logfiles herunterzuladen. Zwei der Server stehen in den USA. „Das Ermittler-Team verschaffte sich Admin-Rechte für vier Webseiten“, sagte ein Sprecher. Dabei fielen ihnen auch Listen von Nutzernamen und Chatprotokolle in die Hände. Vor dem Löschen luden die Beamten alle Bilder und Videos herunter und sicherten sie für die weiteren Ermittlungen.

Bei der Kinderschutzorganisation Carechild wurde die Nachricht mit Genugtuung aufgenommen. Allerdings nutzen die beschlagnahmten Daten nach Ansicht von Carechild-Sprecher Michael Kappe wenig, um weitere Täter dingfest zu machen. „Die Userlisten werden Pseudonyme enthalten“, schrieb er mir. Die IP-Adressen seien maskiert und nicht für weitere Ermittlungen brauchbar.

„Aber ich finde es ist ein sehr schöner Achtungserfolg“, sagt Kappe und verbindet das mit einem Seitenhieb auf die deutsche Rechts- und Ermittlungspraxis: „Insbesondere, wenn man bedenkt, dass unsere Polizei, BKA eingeschlossen,  sich nicht einmal versteckt an legalen Diskussionsforen beteiligen darf, um an Informationen über Gefährder zu gelangen.“

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