Ich habe mir eine Smartwatch gekauft. Und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit habe ich nicht das Apple-Produkt genommen, sondern einen Konkurrenten. Zum ersten Mal habe ich auch lange gezögert, bis ich überhaupt auf eine neue Produktkategorie, nämlich Smartwatch, eingestiegen bin. Als das iPhone auf den Markt kam, da habe ich mir eins aus Amerika mitbringen lassen, als es das  in Deutschland noch nicht gab. Als das iPad herauskam habe ich mir sofort am ersten Tag eins gekauft. Eigentlich bin ich der typische early Adopter. Aber bei der Apple Watch störte mich eines prinzipiell: Ihr Akku hält bestenfalls einen Tag.

Also habe ich abgewartet und immer wieder Testberichte gelesen. Je mehr ich über Smartwatches lernte, desto zufriedener war ich, nicht gleich hunderte Euro in ein unbefriedigendes Produkt gesteckt zu haben. Die absolut inakzeptable Akkulaufzeit ist nicht nur bei Apple ein Problem, das scheinen alle Hersteller zu haben, deren Uhren konventionelle Displays haben. Die Idee, eine Smartwatch als teures Schmuckstück zu sehen, fand ich von Anfang an kurios. Ein Schmuckstück zeichnet sich dadurch aus, dass es beständig ist und seinen Wert lange – am besten für immer – behält. Eine Smartwatch, die technisch nicht ausgereift ist und von der erwartbar eine Generation nach der anderen entwickelt werden wird, ist gerade das nicht.

Ich habe mich darum für eine Pebble entschieden, und zwar für das Modell Classic aus Plastik, abgeschossen bei Ebay für 55 Euro. Für eine Plastikuhr sieht sie ganz proper aus. Technisch ist sie auf der Höhe der Zeit. Dank ihre E-Paper-Display braucht sie deutlich weniger Strom als eine Apple Watch. Der Akku hält um die fünf Tage. Das ist immer noch nicht berühmt, aber man geht mit dem Teil morgens aus dem Haus und hat das sichere Gefühl, dass sie auch am Abend und am nächsten Tag noch läuft.

Was die Funktionen betrifft – ich könnte mich an das Teil gewöhnen. Besonders gut finde ich, dass sie an meinem Handgelenkt vibriert, wenn mich jemand auf dem Handy anruft. Statt des Ziffernblatts sehe ich auf dem Display auch gleich, wer das ist. Seitdem übersehe ich keine Anrufe mir. Mir ist es häufig passiert, dass ich nicht bemerkte, wenn das Handy klingelte – klassischerweise in irgendeiner Menschenmenge und wenn es stumm geschaltet war.

Ansonsten zeigt die Pebble die Zeit an, mit einer irren Auswahl an konventionellen oder abgefahrenen Ziffernblättern. Es gibt eine Wetter-App. Sie zuckt, wenn ich bei Twitter erwähnt werde oder bei Inbox eine Mail eingeht. Wahrscheinlich geht das alles noch ein bisschen besser, aber die Hersteller scheinen allesamt noch nicht so richtig zu wissen, wohin die Reise mit den Smartwatches geht, Apple eingeschlossen.

Insofern war die Pebble wohl die richtige Entscheidung. Für 50 Euro mag das Modell in einem Jahr veraltet sein, ohne, dass es wehtut.

Abgesehen davon: Irgendwie scheint Apple auch anderweit gerade nicht in Bestform zu sein. Schon seit langer Zeit lässt sich mein iPhone nicht mehr per USB-Kabel als Hotspot für mein MacBook nutzen. Bisher half immer mehrmaliges Aus- und Einstöpseln. Heute will nichts helfen, und die Bluetooth-Verbindung zwischen MacBook und iPhone bricht auch ständig ab. Das nervt.

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