Das aktualisierte Taschenbuch “Der Fall Peggy” ist in den Läden. Hier eine Leseprobe: Das neue Vorwort und ein neues Kapitel über Peggys Mutter.

Fangen wir nicht so an, wie man ein solches Buch normalerweise anfangen würde. Reden wir zu Beginn nicht von diesem neun Jahre alten Mädchen und dem, was es in den letzten Stunden und Minuten seines Lebens erleben musste, bis es starb. Reden wir auch nicht davon, was die Mutter dieses kleinen Mädchens durchmachte, die erst 15 Jahre später erfährt, dass ihre Tochter jetzt bewiesenermaßen und unwiederbringlich tot ist. Deren letzter Hoffnungsfunke verlischt, das Mädchen könne vielleicht eines Tages aus einer Gefangenschaft nach Art der Natascha Kampusch heimkehren. Schweigen wir zunächst auch darüber, wie es dieser Mutter ergangen sein muss, die all diese 15 Jahre mit üblem öffentlichen Klatsch verfolgt wurde – der Vorwurf, eine „Rabenmutter“ gewesen zu sein, war noch das Harmloseste, was man ihr öffentlich nachsagte. Zuerst wurde Ihre Tochter ermordet, dann wurde sie gerufmordet.

Reden wir zunächst vom 1. Juli 2016. Im Frühjahr und Frühsommer hatte es viel geregnet, aber am 1. Juli brach der Himmel auf. Die Sonne ließ die glatt verputzte rote Fassade der Jubilate-Kirche im oberfränkischen Nordhalben leuchten, genauer: im Ortsteil Heinersdorf von Nordhalben. Heinersdorf ist evangelisch und gehörte früher verwaltungstechnisch zur Stadt Lichtenberg, obwohl die immerhin 16 Kilometer entfernt ist. Lichtenberg ist der Ort, in dem Peggy lebte und wo sie 15 Jahre zuvor, am 7. Mai 2001, spurlos verschwand. Im Schatten der Kirche liegt der Friedhof. Kirche und Friedhof wirken wie aus einer Postkartenidylle. Eines der Gräber dort ist das von Peggy. Es ist eigentlich kein Grab, es sieht nur so aus. Ein Grabstein, aber keine sterblichen Überreste darin, denn die gab es ja nie. Peggys Mutter hat dieses Grab eingerichtet, weil sie einen Gedenkort haben wollte, aber nicht in Lichtenberg, dieser Unglücksstadt, in der sie nach Peggys Tod nichts mehr hielt. Auch dazu später mehr.

Von Nordhalben ist die Landesgrenze nach Thüringen nur knapp drei Kilometer entfernt. Noch einmal dieselbe Distanz und wir erreichen Rodacherbrunn, einen kleinen Weiler, in dem Napoleon einmal sein Lager aufschlug und das Wirtshaus niederbrannte. Nach dem Fall der Mauer 1989 wurde hier ein Grenzübergang zwischen Bayern und der noch existierenden DDR eingerichtet. Ein Ort im eigentlichen Sinn ist Rodacherbrunn nicht. Ein Firmengelände, ein paar Häuser, drum herum Wald. Viel Wald. Am 1. Juli 2016, diesem schönen Sommertag nach dem Dauerregen, einem Freitag, endlich Wochenende, streift ein Pilzsucher durch diesen Wald. Er findet einen Knochen. Einen, von dem sich schnell herausstellte, dass er von der Größe her von einem Kind stammen musste.

Noch am Sonntagabend wissen die Ermittler, wer dieses Kind ist: Peggy. Zu den Fundstücken gehört ihr Schädel. Rechtsmediziner vergleichen das Gebiss mit dem Zahnbefund von Peggy. Er passt. Außerdem finden sie ein Armband, das Peggy bei sich trug. Die Polizei reagiert sofort. Eine Hundertschaft sperrt das Waldstück ab. Die Beamten stochern mit Suchstangen durch Unterholz und Waldboden. Die Bilder erinnern an den Mai 2001, als Peggy verschwand. Auch da suchten Hundertschaften das Gelände ab, und zwar in der Umgebung Lichtenbergs. Diesmal also in Rodacherbrunn. Die Öffentlichkeit erfährt davon erstmals am Sonntagabend. Montagfrüh ist die Meldung über den grausigen Fund die Spitzenmeldung in allen großen Medien. Ist Peggys Leiche nach 15 Jahren endlich gefunden? Noch weiß niemand etwas Genaues. Schnell machen Meldungen über weitere Funde die Runde. Teile des Skeletts, Kopf und Oberkörper. Die Fundstücke werden nach Jena geschafft, zur Rechtsmedizin. Bis Dienstag, heißt es, könnte ein Obduktionsergebnis vorliegen, dann wisse man endgültig, ob es tatsächlich Peggy Knobloch ist, deren sterbliche Überreste hier gefunden wurden. Radio, Fernsehen, Zeitungen, Onlinemedien – der Fall Peggy beherrscht die Schlagzeilen, wieder einmal.

Das bleibt auch am Dienstag so. Vorübergehend heißt es, die Rechtsmediziner in Jena benötigten noch einen Tag länger und erst am Mittwoch gebe es letzte Klarheit. Dann aber erscheinen Polizisten bei Peggys Mutter und teilen ihr mit, dass die Obduktion doch schon beendet sei. Auch das Ergebnis erfährt die Mutter: Die Leiche aus Rodacherbrunn sei tatsächlich ihre Tochter Peggy, die DNA-Untersuchung sei eindeutig. Wie Susanne Knobloch auf diese Nachricht reagierte, ist nicht überliefert. Ihre Anwältin gibt später eine Erklärung ab und teilt mit, Peggys Mutter sei von der großen öffentlichen Anteilnahme überwältigt, wolle sich aber nicht öffentlich äußern.

Nachdem Peggys Mutter informiert wurde, erfahren auch die Medien von dem Obduktionsergebnis. In Bayreuth formiert die Polizei eine Sonderkommission – auch das ein Déjà-vu. Es ist die vierte Sonderkommission im Fall Peggy. Die erste wurde 2001 berufen, als das Mädchen verschwand. Die zweite 2002, nachdem die erste weder Kind noch Täter finden konnte. Die dritte Sonderkommission wurde eingesetzt, nachdem 2014 das Fehlurteil gegen einen vermeintlichen Peggy-Mörder ausgehoben wurde.

Soko 4 hat ihren ersten Medienauftritt, als die Ergebnisse der Suche in Rodacherbrunn eine Woche später verkündet werden. Komplett habe man Peggys Skelett nicht mehr finden können, sagt ihr Chef, Kriminaloberrat Uwe Ebner. Warum das ist ist, umschreibt er mit diesem Satz:

»Dies lässt sich mit dem Lebensraum und den Gewohnheiten von Waldtieren erklären«.

Keine Spur gibt es von Peggys Schulranzen, der bleibt verschwunden. Und ihre Kleider findet die Polizei auch nicht. Neben Ebner sitzt Staatsanwalt Herbert Potzel. Der »entscheidende Hinweis steht leider noch aus», sagt er. Er bittet erneut um Hinweise aus der Bevölkerung. Chefermittler Ebner ergänzt: »Wir erhoffen uns Hinweise zu früheren Wahrnehmungen rund um den Fundort, insbesondere um den 7. Mai 2001.« Mehr als 15 Jahre nach Peggys Verschwinden später stehen die Ermittler wieder am Anfang. Und das lag nicht allein an der Cleverness des Täters und, so vorhanden, seiner Komplizen.

Der Skandal hinter dem Fall Peggy wurde damals mit der Arbeit der zweiten Sonderkommission augenfällig. Die schloss den Fall ab und präsentierte einen geistig minderbemittelten, geständigen – besser: daherschwätzenden – Beschuldigten namens Ulvi Kulac. Staatsanwalt Dr. Ernst Tschanett, damals Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft Hof, bezeichnete Kulac sogleich als „Täter“ – Monate, bevor die Staatsanwaltschaft überhaupt ihre Anklageschrift fertig hatte. Da hatte es ein leitender Jurist mit Doktorhut sehr eilig und scherte sich nicht weiter um die Unterschiede zwischen Beschuldigtem, Angeklagtem und verurteiltem Täter. Wir beschreiben all das detailliert in diesem Buch, bis hin zu dem Gemauschel um die Besetzung der Richter oder den Verdacht von Interessenskonflikten gegen eine der Schöffen-Richterinnen. Damals ging das alles geräuschlos über die Bühne. Das Mordurteil gegen Ulvi Kulac einen Irrtum zu nennen, wäre wohlwollend. Wir belegen mit vielen Einzelheiten, dass es eher nach Systematik und Vorsatz aussieht, nicht nach Irrtum.

2013 erschien dieses Buch zum ersten Mal. Im Jahr darauf beantragt die Staatsanwaltschaft Bayreuth die Wiederaufnahme im Mordverfahren gegen Ulvi Kulac. Tatsächlich kommt der Prozess zustande. Er bestätigt unsere Recherchen auf ganzer Linie. Am Ende wird Ulvi Kulac freigesprochen. Immerhin. Der Fall Peggy ist damit wieder offen. Die Leiche fehlt aber nach wie vor. Soko 3 macht sich ans Werk. Wieder werden die alten Akten ausgewertet. Am Ende schaffen die Ermittler es trotzdem wieder nicht, den Fall aufzuklären. Unter den Spuren, die sie notgedrungen als unbeweisbar zur Seite legen müssen, ist eine, die sie schon im Jahr 2001 verfolgten. Widerlegt wurde sie nie, auch diesmal nicht. Ihr haben wir in diesem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet.

Verstörend ist, wie hartnäckig die Politik die systematischen Fehler im Fall Peggy bis heute ignoriert. Die teils rechtswidrigen Vernehmungsmethoden der Polizei, die ungeregelten Formalien für Vernehmungsprotokolle, die furchteinflößende Nähe zwischen Staatsanwälten und Richtern, um nur einige zu nennen – all das betrifft grundsätzliche Fragen. Nach der Wiederaufnahme und dem Freispruch des Ulvi Kulac haben wir versucht herauszufinden, ob sich in irgendeiner Partei Politiker finden, die bereit sind, aus diesem Skandal Konsequenzen zu ziehen. Die Reaktionen bei CSU, SPD und Grünen schwankten zwischen Desinteresse bis Ablehnung. Allein bei den Freien Wählern stießen wir auf offene Ohren. Nach dem Fund von Peggys Leiche im Juli 2016 hat der bayerische Landtag das Thema wieder auf die Tagesordnung gesetzt, auf Wunsch der SPD. Die will von der bayerischen Staatsregierung wissen, „ob Personalwechsel in den Sonderkommissionen der Kriminalpolizei dazu geführt haben, dass Ermittlungsansätze nicht weiter verfolgt wurden“. Schon die Fragestellung ist ein Witz und simpel zu beantworten: Nein. Jede der bisherigen Sonderkommissionen hat ihre Arbeit auf den Ergebnissen der vorherigen Sonderkommissionen aufgebaut, das ergibt sich aus den Akten und wurde schon häufig in Medien berichtet. Fragen zu grundsätzlichen rechtstaatlichen Problemen, die mit dem Fall Peggy offenkundig wurden, stellt die SPD dagegen nicht – und auch sonst kaum jemand.

Und nun?

15 Jahre nach Peggys Verschwinden hat die Polizei zum ersten Mal Gewissheit, dass sie hier tatsächlich Mordermittlungen zu führen hat. Mord verjährt nicht. Und sollte es kein Mord, sondern ein Unfall gewesen sein, dann müsste die Polizei erklären, wie Peggy von Lichtenberg nach Rodacherbrunn kam. Ganz gewiss ist sie da nicht allein hingelaufen oder hingerollert. Es gibt eine Leiche. Es gibt Gegenstände, die ebenfalls in Rodacherbrunn gefunden wurden.

Ein Polizeisprecher sagt am Ende jener Woche, die mit Schlagzeilen um den Leichenfund begann: „Natürlich bieten die Auffindesituation und die bisherigen Erkenntnisse erweiterte Ermittlungsansätze“. Und damit beginnt ein neues Kapitel im Fall Peggy, das sich an all das anschließt, was am 7. Mai 2001 seinen Anfang nahm.

Für die Taschenbuchausgabe haben wir dieses Vorwort neu verfasst und mit Teil 5 Kapitel hinzugefügt, die sich mit den Behördenreaktionen nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe unseres Buches befassen und beschreiben, wie sich dann die Justiz korrigierte und das falsche Urteil im Mordprozess zurücknahm.

Die anderen Teile haben wir bis auf einige behutsame Korrekturen so belassen, wie sie ursprünglich waren. Sie entsprechen der Erstausgabe zum Zeitpunkt ihres Erscheinens im Jahr 2013 – als das Urteil gegen Ulvi Kulac noch nicht aufgehoben war, der Kampf für seine Wiederaufnahme noch lief und Peggys Leiche noch nicht gefunden war.

 

***

Kurz nach dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches treffen wir Peggys Mutter. Thema unseres Gesprächs: Reaktionen, die sowohl uns als auch Susanne Knobloch nach der Veröffentlichung dieses Buches erreichten. Die waren teils heftig. Wir erhielten Briefe oder E-Mails von Lesern, die schockiert und aufgewühlt waren. Auf Amazon gab es Lob und gute Rezensionen. Besonders gefreut hat uns die von Mark Benecke, dem bekannten Kriminalbiologen und Buchautor. Er schreibt: »Mir ist das kalte Grauen über den Rücken gezischt, während sich das Buch von einem anfangs noch sehr auf Ablauf-Fehler konzentrierten, rein journalistischen Stück zu einem aufwändig recherchierten Horrorfilm – samt möglichem wahrem Täter – entwickelt.«

Es gibt auch andere Reaktionen, und die betreffen Peggys Mutter. Plötzlich sprießen wieder die Gerüchte über den Verbleib des Mädchens und über eine angeblich dubiose Rolle, die Susanne Knobloch dabei spielen soll. Immer wieder haben wir bei unseren Besuchen in Lichtenberg gehört, dass viele Leute keineswegs von Peggys Tod überzeugt waren. Zwei Lager standen sich gegenüber. Die einen glaubten so, die anderen anders. Wie ein Mythos verbreiteten sich immer neue Peggy-Geschichten. Das Kind lebe in Wahrheit noch – wahlweise in einem tschechischen Bordell, in einem Verschlag hinter einer Kirche in Anatolien oder als Zwangsprostituierte in Ostsachsen. Im fränkischen Raum und später auch darüber hinaus fand sich eine Szene, die in Facebook-Gruppen oder Online-Foren den Fall Peggy manchmal munter diskutierte, manchmal wüst hetzte, meist gegen Peggys Mutter, von der zum Teil sogar gemutmaßt wird, sie habe ihre Tochter „verkauft“.

Wir treffen Susanne Knobloch in ihrer neuen Heimatstadt. Es ist schwer, ihr Vertrauen zu gewinnen. Das Gerede hat ihr zugesetzt. Manchmal sucht sie nach Worten. Was soll man zu erfundenen Vorwürfen sagen? Wie soll man offenkundige Lügen widerlegen? Man kann ja nur beweisen, was ist, nicht, was nicht ist. Sie würde gern einen Schlussstrich ziehen. Einerseits ihr Leben zurückhaben. Andererseits unbedingt erfahren, »was mit meiner Schnecke passiert ist«. Sie weiß, dass ein Anwalt an einer Wiederaufnahme arbeitet. Sie ist skeptisch, dass der Prozess gegen Ulvi Kulac wirklich noch einmal von vorn beginnen könnte. Klar, da sind auch viele andere skeptisch. Auch Staatsanwälte und Polizisten glauben nicht, dass der Fall noch einmal vor Gericht kommt. Eigentlich glaubt kein Mensch daran, dass der Wiederaufnahmeprozess tatsächlich kommt, außer die wenigen Leute, die sich für Ulvi Kulac engagieren, dazu ein paar Reporter und Eingeweihte. Sie habe nichts gegen Ulvi, sagt Susanne Knobloch, und wenn er wirklich unschuldig sei, dann solle er auch freigesprochen werden. Aber glauben, was soll sie bitteschön glauben?

Als damals das Verfahren gegen Ulvi Kulac lief, als er dann angeklagt wurde, vor Gericht stand, verurteilt wurde, da war sie überzeugt, dass alles seine Richtigkeit hatte. Da habe sie wirklich geglaubt, dass Ulvi Kulac ihre Tochter Peggy missbraucht und ermordet habe. »Warum hätte ich das nicht glauben sollen?« Natürlich, Susanne Knobloch hat völlig Recht. Sie ist keine Juristin und keine Journalistin. Keine Intellektuelle, die alles infrage stellt, schon gar keinen Gerichtsprozess, die vielen Ermittlungen, Akten, Untersuchungen, Zeugen, Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Zeitungsschlagzeilen, den ganzen gewaltigen Apparat, der mit amtlichem Siegel Ulvis Schuld bewies. Wir schildern Ihr die Mauscheleien und wie Zeugen manipuliert und getäuscht wurden, wie verrückt dieses Geständnis zustande kam. Manches kennt sie schon, manches hört sie zum ersten Mal. Man sieht ihr an, wie hin- und hergerissen sie ist. Was soll sie noch glauben? Und wem? Und warum? Nachdem sie seit Jahren das Gefühl hat, auch ihr glaube kein Mensch mehr? Jedes Wort, das sie sagte und jeder Schritt, den sie ging, konnte plötzlich irgendwie gefährlich sein. Wildfremde Leute warteten nur darauf, irgendeine Regung von ihr als verdächtig auszulegen. Schon mit dem ersten Tag sei es losgegangen. Warum hat sie so spät die Polizei alarmiert?

Wir sitzen schon eine Weile zusammen. Das zweite Bier steht auf dem Tisch. Sie spricht jetzt freier. »Ich verrate es Ihnen«, sagt sie. Und verrät: Sie habe einfach Angst gehabt. Was, wenn sie Himmel und Hölle aufmarschieren lässt, und dann spaziert Peggy seelenruhig durch die Tür? Was kostet so ein Polizeieinsatz? Ist man für den Rest seines Lebens arm, wenn es blinder Alarm war? Sie nennt es eine »Checkliste«, was sie in ihrem Kopf aufgerufen habe. Zuerst herumtelefonieren. Dann im Auto herumfahren und suchen. Dann siegt die Angst um die Schnecke über die Angst vor Armut und öffentlicher Demütigung. Und kaum hat sie die Polizei gerufen, da wächst sich der Einsatz zur Monster-Medienshow aus, mit Hundertschaften am Boden und Düsenjets im Himmel.

Bis Rodacherbrunn in Thüringen schauen weder Jets noch Suchtrupps. Wer weiß, ob sie damals schon etwas hätten finden können. Wer weiß, ob sie den Fall dann schnell gelöst bekommen hätten. Wer weiß, ob sie Susanne Knobloch 15 Jahre Rufmord erspart hätten. Wer weiß, ob sie Peggy hätten retten können. Hinterher ist man immer schlauer. Was hätte damals für Rodacherbrunn sprechen sollen? Nichts. Da hätte Peggy ebenso gut irgendwo anders in einem Radius von 16 Kilometern oder mehr sein können. Als der oder die Täter sie nach Rodacherbrunn brachte, war sie, sagen die Ermittler, vermutlich schon tot.

3 Kommentare
  1. Niedermaier sagte:

    Nicht unbedingt für den Autor spricht, wenn er nicht einmal den Ort des Grabes (Gedenkstein) kennt: es gibt keinen Ortsteil von Nordhalben „Heinersdorf“. Auch gehörte dieser früher keinesfalls verwaltungstechnisch zur Stadt Lichtenberg (höchstens im Mittelalter!). Immer wieder wird deutlich, wie der Autor das Verhalten von Peggys Mutter versucht zu verharmlosen, indem er von „Klatsch“ und Rufmord spricht!!! Das ist H o r r o r für all die Menschen, die die Wahrheit um Peggy und ihre Familie kennen.

    Der Autor sollte einmal die Mutter fragen, wer die Herren „im feinen Zwirn“ waren, die durch den Hintereingang des Hauses bei der Familie aus-und eingingen, sogar mit PKW bis vors Haus fuhren (obwohl verboten) mit tschechischem Kennzeichen.

    Er sollte die Mutter auch einmal fragen, warum sie in stern TV damals vor Millionen Fernsehzuschauern gelogen hat, als man ihr das Foto ihrer Tochter im Arm von diesem Holger E. zeigte. Tatsächlich sah sie das Foto nicht zum ersten Mal; es wurde ihr bereits unmittelbar nach dem Verschwinden ihrer Tochter vorgelegt und da wusste sie sofort, wo und bei wem es gemacht wurde und dass ihre Tochter engen Kontakt zu diesem Holger E. hatte.

    Auch der Hinweis des Autors, die Mutter habe nach dem Verschwinden ihrer Tochter nichts mehr in Lichtenberg gehalten, ist regelrecht lächerlich! Wissen doch alle in Lichtenberg, dass sie den Ort verlassen hat einzig und allein auf Grund einer bevorstehenden Zwangsräumung wegen immenser Mietschulden!

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  2. Friedrich Schuster sagte:

    ich denke, der Fall Ilona Haselbauer sollte neu aufgerollt werden. Ich hatte vor mehr als zwei Jahren in dieser Sache Strafantrag gestellt und diesem etwa 650 Berichte über das Tagesgeschehen auf ihrer Station in der forensischen Einrichtung Taufkirchen/Vils mit angelegt. Diesen Berichten waren gelinde gesagt mehrere hunderrt teils gravierende teils sich aber auch stets wiederholende Rechtsbrüche bis hin zu einem Tötungsdelikt durch Unterlassn ( §§ 222/13 StGB Garantenpflicht) an den dort untergebrachten Frauen durch das Anstaltspersonal zu entnehmen. Vor etwa einem Monat erhielt ich nun von der Staatsanwaltschaft Landshut den für die deutsche Justiz in derartigen Fällen alles regelden Bescheid, das Verfahren sei mit der Begründung eingestellt worden, weil die Informantin als geistig gestört begutachtet sei, die Vorwürfe würden aber auch ansonsten bestritten, weil sie der Unwahrheit entsprächen. Zusammenfassend gäbe es keinerlei Anhaltspunkte eines hinreichenden Tatverdachts.
    Für Ilona hatte sich seinerzeit im Internet eine Unterstützergruppe gebildet, aus der sie angerufen, angeschrieben und ihr auch Pakete geschickt wurden. Während Ilona verwehrt wurde Briefe zu verschicken, wurde alle an sie eingehende Post mit dem Vermerk der Annahmeverweigerung an die Absender zurück geschickt. Wegen dieses Umstandes meldete sich eines späten Abends ein acht- oder neunjähriges Mädchen telefonisch bei mir, sie hätte Ilona einen ganz lieben Brief geschrieben und ihr dazu noch ein selbstgemaltes Bild mit angelegt, dieser Brief sei mit dem Vermerk der Annahmeverweigerung zurück gekommen. Ihre Mama hätte ihr geraten, mich deswegen anzurufen. Nach langem Hin und Her sagte ich diesem Mädchen zu etwas zu unternehmen, sie möge ihren Brief etwa in einer Woche erneut abschicken, er käme dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zurück. Noch am gleichen Abend führte ich auf vier Seiten mit Grundlage von etwa 40 Rechtsnormen ein je gesondertes Schreiben an den Stationsarzt und die Stationsärztin auf und schickte es ihnen zu. Am übernächsten Tag konnte ich mich vor Anrufen kaum noch retten. Viele Patientinnen aus der gesamten Anstalt und auch enige ihrer Angehörigen riefen mich an und berichteten, da könne ich nur hinter stecken, in der gesamten Anstalt sei die Briefzensur mit allen ihren Nebenerscheinungen aufgehoben worden. Die Reaktion auf dieses Schreiben dürfte ein Anerkenntnis sein, daß eben doch Rechtsbrüche seitens des sogenannten Pflegepersonals begangen und nunmehr auch selbst von den Tätern als solche anerkannt wurden. Weiterhin gab es sexuelle Übergriffe sogar bis zumindest einem Vergewaltigungsversuch an den Patientinnen die grundsätzlich bestritten wuden, obwohl der Dorfener Anzeigen , was recht selten aus einer Anstalt dringt, der Patientin einer anderen Station ein Pfleger Drogen gegen Sex beschaffte und deswegen auch verurteilt wurde. Es gab Körperverletzungen bei gewaltsamen körperlichen Durchsuchungen, denen sogar Mitpatientinnen die Flächen blauer Flecken mit Linearen peinlichst genau nachgemessen und mir gemeldet hatten. Bei dem Todesfall einer Patientin handelte es sich darum, daß diese Frau 18 Monate lang über Unterleibschmerzen klagte und später dann auch Beschwerden der Brust hinzu kamen. Dazu sei erwähnt, daß der Anstaltsleiter einmal monatlich eine Visite auf dieser Station vornahm. Er schwirrte kurz durch die Flure und war dann wieder verschwunden. Es waren ganztägig zumindest ein Arzt, ein Psychologe und mindestens vier Pfleger auf der Station und die Nachtwache hielten zwei Pfleger ab. Alle diese Leute wollen über 18 Monate bei einer Belegung von bis zu 24 Patientinnen nicht bemerkt haben, daß diese Frau schwer erkrankt war und ihre Mahlzeiten von Mitpatientinnen ans Bett gebracht wurden. Etwa 36 Stunden vor Todeseintritt wurde sie außerhalb auf eine Intensivstation verlegt, wo sie dann auch vestarb. Das war unterlassene Hilfeleistung in reinster Form. Dieses buchstäbliche Verreckenlassen wird rein aus Kostengründen praktiziert. Bei den Anstalten handelt es sich um private Unternehmen. Die deutsche Psychiatrie bringt jährlich durch die Vergabe von sogenannter Psychopharmaka selbst eingestanden etwa 4000 Menschen um. Seit unser Verband diese Zahlen öffentlich machte, erscheinen sie nicht mehr in der Statistik. Tatsächlich handelt es sich aber um geschätzte 10.000 Tote, die deswegen nicht als solche gezählt werden, weil sie kurz vor Todeseintritt verlegt werden. In den psychiatrischen Statistiken erscheinen diese Toten dann als verlegt, beurlaubt oder entlassen. Darüber gibt es sogar Studien. Nach der Aderholdstudie bewirkt die Langzeitmedikation mit Psychopharmaka übrigens eine 25 bis 32jährige Lebensverkürzung. In diesen Anstalten laufen folglich neben der Kriminalität sogenannter Begutachtungen regelrechte, von der Justiz geschützte Verbrechen ab. Das braucht aber nicht besonders erwähnt zu werden, zumal ein ehemaliger Bundesrichter währnd seiner Vorträge in Universitäten selbst bestätigt, daß ein Briefträger einst eine forensische Anstalt leitete und von ihm die besten Gutachten kamen. Man müsse nur das entsprechende Vokabular beherrschen. So weit sich die Staatsanwaltschaft auf die über Ilona Haslbauer gefertigten Gutachten zur Verfahrenseinstellung beruft, darf daran erinnert werden, daß jeder forensisch Untergebrachte in gewissen Zeitabständen von Richtern hinsichtlich einer möglichen Entlassung überprüft, und bei dieser Gelegenheit jeweils für völlig normal bewertet wird. Im allseits bekannten Schmökelfall berichtete der Spiegel einst über dessen Begutachtungen. Dort werden, wenn ich mich recht entsinne, neun psychiatrische Gutachten über ihn aufgeführt. Zwei mit gleicher Diagnose von seinem Anstaltsleiter, die weiteren Sieben mit jeweils unterschiedlichen, sich völlig widersprechender Begutachtung. Persönlich hatte ich einst ein prägendes Erlebnis, als mich ein Untergebrachter bat, zu seinem Gerichtsverfahren zu kommen. Aus nicht mehr erinnerlichen Gründen hatte ich mich verspätet und betrat den Gerichtssaal, als die Eickelborner Gutachter zu Wort kamen. Ich sagte folglich im Reinkommen laut hörbar zu dem Verteidiger, er möge bei diesen Gutachtern besonders wachsam sein, es handele sich um Schwerstkriminelle, worauf der Anwalt spontan entgegnete, er sei mit ihnen zufrieden. Diese Gutachter hätten schon mehr als 50 Gutachten in seinen Verfahren erstellt, und alle zu seiner Zufriedenheit. Um diese Äußerung zu verstehen ging ich der Sache nach und stellte fest, daß der Bruder eines dieser Gutachter in dessen Kanzlei tätig war. Mit solcherart Begutachtung laufen tatsächlich bei unseren Gerichten gerichtlich geschützte Schwersverbrechen ab. Über derartige Verbrechen ließén sich dicke Bücher schreiben. Nocmals in Erinnerung zu rufen geht es mir darum. daß´dieser Fall, an dem ich annähernd fünf Jahre gearbeitet habe, einmal stellvertretend für zigtausend anderer ähnlicher Fälle an die Öffentlichkeit kommt und ein Verfahren erzwungen wird. Der Rechtsanwalt Ahmed aus München bewertete diesen Fall als “bedeutend schlimmer” als den des Gustl Mollath.

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