U-Bahn-SurferU-Bahnhof Hallesches Tor an der Linie 1. „Zurückbleiben bitte“, tönt es aus dem Lautsprecher. Die Türen schließen mit deutlichem Klack. Bis dahin alles ganz normal. Aber plötzlich turnen drei Männer vom Dach der Hochbahnstation und springen auf die Waggons. Legen sich flach auf den Bauch, alle drei groß und sportlich, einer trägt einen Bauarbeiterhelm, an den vorn eine Kamera montiert ist, ein anderer versteckt sein Gesicht hinter einer weißen Maske. Sie gucken nach vorn, hoch konzentriert, warten auf die Ausfahrt aus dem Bahnhof, auf die kurze freie Strecke bis zur Prinzenstraße, knappe zwei Minuten, um auf dem U-Bahn-Dach zu surfen und Bilder zu schießen. Aber ihr Sprung vom Bahnhofsdach war zu spektakulär, der Bahnsteig zu voll, Dutzende Augen drehten sich in ihre Richtung, es ging ein Raunen durch die Menge, das der Zugführer mitbekommen haben muss. Er fährt einfach nicht los. Steht und steht. Die drei Surfer merken, dass der Versuch gescheitert ist. Lockern ihre Haltung, setzen sich auf, beratschlagen kurz, was sie tun sollen, springen dann vom Zugdach auf den Bahnsteig und flüchten die Treppe nach unten, bevor jemand sie schnappen kann.

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