Darf meine Tochter in den Osterferien auf den Ponyhof?

Möglicherweise. Oder auch nicht. Wir wollen ja Kontakte vermeiden.

Welche Kontakte? Solche zu Pferden?

Nein, natürlich von Mensch zu Mensch.

Aber sie ist da doch nur draußen. Und sie halten Abstände ein und tragen Masken.

Schon klar, aber es ja um die Mobilität. Du fährst ja herum, um sie zum Ponyhof zu bringen.

Im Auto. Da hat sie keinen Kontakt.

Das ist jetzt rabulistisch. Sie fährt ja im Auto woanders hin.

Ja. Von der Wohnung zum Ponyhof. Und unterwegs sind wir allein im Auto.

Ja schon, aber man muss das grundsätzlicher sehen.

Warum? Macht es für die Infektiosität einen Unterschied, ob man es grundsätzlich sieht oder konkret?

Ja, weil die meisten Leute die Regeln dann so auslegen, dass es eben doch Kontakte gibt.

Woher wissen Sie das?

Der Mensch ist so.

Sie halten den Menschen für schlecht?

Nein, das jetzt natürlich auch nicht. Aber man muss schon Gerechtighkeit herstellen. Fitnessstudios sind ja auch verboten.

Warum soll es denn gerecht sein, wenn Ponyhöfe nur deshalb verboten sind, weil Fitnessstudios auch verboten sind? Einem Fitnessstudiobetreiber kann es doch egal sein, ob meine Tochter auf den Ponyhof darf. Dem geht es nicht besser, wenn Sie ihr das verbieten. Vielleicht hat er selber eine Tochter, die gern auf dem Ponyhof wäre. Vielleicht hat er allerdings kein Geld mehr, ihre Reitstunden zu bezahlen.

Das ist jetzt wieder rabulistisch. Solidarität ist nun mal wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Also darf meine Tochter nicht auf den Ponyhof, weil sie sonst unsolidarisch wäre?

So in der Art.

Das heißt doch dann aber, dass Sie Grundrechte nicht für die Pandemiebekämpfung abschaffen, sondern wegen Solidarität und Gerechtigkeit.

Ihnen ist schon klar, dass Sie reden wie ein Coronaleugner?

Nein. Ich leugne ja nichts. Aber ich habe noch eine Frage wegen der Supermärkte und Ostern.

Klar, gern.

Wessen Idee war das?

Das hat Markus Söder vorgeschlagen. Er hat damit die festgefahrenen Verhandlungen in der MPK wieder zum Laufen gebracht.

War das jetzt ein Vorschlag, um Verhandlungen in Gang zu halten oder ein Vorschlag, um das Virus zu bekämpfen?

Sie fragen schon wieder rabulistisch.

Entschuldigung, das wollte ich nicht. Ich frage anders: Was hilft diese Osterruhe gegen das Virus?

Es gibt weniger Kontakte. An Gründonnerstag bleiben alle zu Hause. Da kann sich das Virus nicht verbreiten. Das ist ja einfach zu verstehen.

Stimmnt. Aber Karsamstag drängen sich dann alle. Karsamstag ist ja jetzt alles offen.

Nein, nicht alles. Nur die Supermärkte.

Dann ist das Gedränge ja noch größer. Dann drängeln sich alle, die sich sonst überall gedrängt hätten, allein in den Supermärkten. Querdenker würden sagen, da entsteht ein Superspreader-Event. 

Dafür wird es selbstverständlich spezielle Hygienekonzepte geben. Das bekommen wir in den Griff.

Vor einem Jahr hat Markus Söder noch die Öffnungszeiten für alle Geschäfte erweitert. Bis 22 Uhr, so, wie es in allen anderen Bundesländern sowieso erlaubt ist und auch sonntags. Er hat das damit begründet, das entzerre das Einkaufsverhalten und helfe, Gedränge zu vermeiden. War das eine falsche Idee?

Sie werden schon wieder rabulistisch.

Nein. Ich sehe nur einen Widerspruch. Ich finde, dieser Widerspruch ist objektiv existent.

Auch Markus Söder lernt dazu.

Hoffentlich. Auch beim Impfen und Testen? Da gäbe es ja einiges zum Dazulernen.

War‘s das jetzt? Ihre Zeit ist um.

Photo by Dan Cook on Unsplash
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.