Hund mit aufgeschnalltem Navi- und Kommandogürtel. Über GPS kann Herrchen am PC verfolgen, ob das Tier den richtigen Weg einschlägt

Es ist schon wahnhaft, dass die Bundesregierung und die EU-Kommission an einer Konkurrenz zum amerikanischen Sattelitennavigationssystem GPS festhalten. Wie wir  jetzt dank Wikileaks wissen, halten sogar die führenden Manager der Entwicklerfirmen Galileo für Schwachsinn, was weltweit für Schlagzeilen sorgt. Statt den Unsinn aber zu stoppen, wird derjenige gefeuert, der die Wahrheit dazu sagte.

Eine Konkurrenz zu GPS wird schon deshalb nichts werden, weil sie viel zu spät kommt. GPS funktioniert seit Jahr und Tag. Praktisch jeder Neuwagen ist damit ausgestattet. Im Flugverkehr und auf hoher See hat GPS Kompass und Funkfeuer als Hauptnavigationsmethode abgelöst. Technikverliebte Jogger kontrollieren ihre Trainingsfortschritte, indem sie sich ein GPS-Gerät an den Arm schnallen und ihre Routen nachverfolgen. Fast alle neueren Smartphones haben eingebaute GPS-Module. Neuerdings gibt es sogar eine Fernbedienung für Hunde, die die Technik verwendet. Per Mobilfunk bekommt Fiffi kleine Stromstöße in die Seiten, die ihn nach links oder rechts kommandieren. Dazu kann Herrchen am PC verfolgen, ob er in die richtige Richtung läuft – dank GPS-Navigation.

Und dann, in fünf, zehn oder sonstviel Jahren, will dann die EU-Kommission ihr Galileo-System auf die Menschheit loslassen, von dem sie meint, dass es ihr fehle. Die Gründe, aus denen die Politiker schon jetzt um die zwei Milliarden Euro verballert haben, sind haarsträubend:

Angeblich sei GPS unpräzise für gewisse Anwendungen. Welche Anwendungen das sein sollen, sagen die Politiker nicht dazu. Mir sind keine bekannt. Überall dort, wo es um Millimeter geht, etwa bei der Landesteuerung von Flugzeugen, wird das GPS-Satellitensignal von Bodenstationen ergänzt und damit so präzise gemacht, wie nötig.

GPS sei nicht verlässlich, weil es vom US-Militär betreut und im Ernstfall abgeschaltet oder in seiner Genauigkeit eingeschränkt werden könnte. Stimmt, das ist so. Aber es ist pure Theorie – weil die ganze Welt inzwischen GPS nutzt und die USA einen Teufel tun werden, plötzlich tausende Flugzeuge zusammenstoßen zu lassen (was aus anderen Gründen eh so nicht passieren würde) oder ihre eigenen Landsleute in ihren Autos in die Irre führen. Das wäre ein zu großer Spaß für jede Opposition.

Der größte Witz an Galileo ist aber, dass es gebührenpflichtig sein soll. Warum sollte irgendjemand für den Empfang von Navi-Satelliten aus Europa Geld bezahlen, wenn er die US-Satelliten gebührenfrei nutzen kann?

Und wie üblich bei solchen Projekten: Natürlich wird es für den Steuerzahler richtig teuer. 5,3 Milliarden Euro waren ursprünglich dafür geplant, jetzt soll der Schwachsinn 10 Milliarden Euro kosten.

2 Kommentare
  1. Irish-lord-of-roscommon sagte:

    Falls es noch keiner gemerkt hat…Wir haben einen Handelskrieh den die USA angefangen haben und der sich in fernererzukunft auswachsen kann zu einem konkreten Konfkt (besonders angesichts der antidemokratischen Entwicklungen in den USA) Da ist es gut eine Alternative haben. Nicht umsonst kritisieren hier meist US Lobbyisten.

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