Cornelia Rogall-Grothe ist IT-Beauftragte der Bundesregierung. Gelernt hat sie Juristerei. Mit IT hat sie ausweislich ihres Lebenslaufes auf ihrer Amts-Webseite während ihrer Laufbahn wenig bis nichts zu tun. Vermutlich ist es aber auch ein Missverständnis des gesunden Menschenverstandes, zu glauben, dass eine IT-Beauftragte für die Modernisierung der Regierungs-IT oder etwas anderes modernes und zukunftsweisendes zuständig wäre. In Wahrheit ist sie natürlich für die Einhegung des Internet zuständig, das aus Politik-Sicht bekanntlich eine feindselige, anarchische Bedrohung darstellt. Also tut sie, was Regierungsstellen so tun: Sie empfiehlt regierungsamtlich geprüfte Apps aus öffentlichen Händen. Dafür braucht sie natürlich eine Webseite. Und die kostet gleich zum Auftakt satte 260.000 Euro. Noch einmal: 260.000 Euro für eine simple Webseite.

Diese Webseite heißt Govapps. Vielleicht war sie ja so teuer, weil die deutsche Bundesregierung erstmal eine hippe Werbeagentur einen hippen Namen für diese Seite erstellen ließ. Govapps! Soll wohl heißen: Government Apps. Zu deutsch: Regierungs-Anwendungen. Okay, muss man einsehen. Reganws klingt minimal deutscher, aber noch bescheuerter. Vielleicht hat aber auch gar keine hippe Werbeagentur diesen Namen erfunden, weil der nämlich kein bisschen hip ist. Und die Seite ist es auch nicht.

Da findet man, der Name sagt es ja, Regierungs-Apps für iPhones und Androiden. Wobei es sich in Wahrbeit um alle möglichen Apps handelt, die von allen möglichen Behörden hergestellt wurden, also alle auf irgendeine Weise fad und langweilig sind. Da kann man sich z.B. schön Fotos vom Bodensee mit angucken, oder man kann Wandertouren planen, oder sich anschauen, welche Kunstschätze in der Berliner Staatsbibliothek lagern. Wow! Eine Sammlung von steuerfinanzierten Apps, die jemand für 260.000 Euro auf einer Webseite zusammengefasst hat! Mit App-Beschreibungen, die ordentlich aus den App-Stores kopiert und gepasted wurden.

Ans Tageslicht kam dieser Schildbürgerstreich dank einer Bürgeranfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Die Einzelheiten stehen hier. Verantwortlich ist, wie gesagt, die IT-Beauftragte der Bundesregierung, die sich damit den Titel der Schildbürgermeisterin des Tages verdient hat.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.