RP-Online zeigt vier Rentner, die bei Streetview ihre Häuser, auf diesem Bild noch erkennbar, pixeln lassen wollen

Es kann nicht anders sein – die völlig freidrehende Debatte um Google Streetview ist sicher nur so etwas wie ein Sommerloch-Thema. So belangvoll wie Kaimane in Badeseen oder Forderungen à la Deutschland möge Mallorca kaufen. Sogar die ansonsten ernst zu nehmende FAZ springt drauf. „Ist Google der Staat?“, fragt Berthold Kohler, der dem erlesenen Herausgebergremium angehört, „angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der das Unternehmen Deutschlands Straßen und Plätzen kartografierte“. Was soll die Frage? Darf so etwas nur der Staat? Soll das Kartografieren genehmigungspflichtig werden? Vielleicht auch das öffentliche Fotografieren?

Dann hätte die Rheinische Post demnächst auch ein Problem. Sie zeigt heute vier Düsseldorfer Rentner, die empört ankündigen, gegen die Darstellung ihrer Häuser bei Google Streetview vorzugehen. Das ist wirklich lustig. Denn illustriert ist der Artikel mit einem Foto, auf dem die vier Rentner vor ihren ungepixelten Häusern stehen und nicht so aussehen, als habe der Fotograf sie ohne ihr Einverständnis abgeschossen.

Vielleicht wacht die Gesellschaft nach dem Sommer auf und reibt sich erschrocken die Augen, peinlich berührt von der Dummheit dieser Debatte. Die Engländer nennen die Sommerloch-Zeit übrigens Silly Season.

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