Vor ein paar Tagen sprach die ARD von “hoher Zufriedenheit” der Bürger “mit der Bundesregierung”, die “insbesondere auf das Regierungshandeln von CDU und SPD zurückzuführen” sei. Quelle: hier. Heute textet Spiegel Online: “Die Deutschen geben ihren Politikern miserable Noten”. Quelle: hier. Widersprüchlicher geht’s wohl kaum. Und die Leute, die das lesen, mögen sich fragen: Was denken die Leute denn jetzt tatsächlich?

Eines ist jedenfalls klar: Entweder mögen die Leute die Politiker oder sie mögen sie nicht. Beides gleichzeitig oder im Abstand von vier Wochen ist Kokolores. Wenn also annähernd gleichzeitig zwei Statistiken mit gegenteiligen Resultaten auftauchen, dann liegt das nicht an den Leuten, sondern an denen, die aus Meinungen Zahlen und aus Zahlen Meinungen machen.

Und tatsächlich gibt es natürlich immer einen Zusammenhang zwischen dem Ergebnis einer Statistik und ihrem Auftraggeber. Es wäre auch völlig verlogen, den zu bestreiten, denn niemand gibt Tausende Euro für ein Zahlenwerk aus, das ihm Dummheit oder Überflüssigkeit bescheinigt. Das gilt auch für Medienunternehmen. Der Spiegel schätzt seine Rolle als kritischer Aufklärer. Dazu passen kritische Bürger gut. Die ARD ist ein Parteienladen. Die Leute können ihr egal sein, die braucht sie nicht, die Politiker dagegen schon. Mit anderen Worten: Die Spiegel-Statistik soll Zeitschriftenkäufer ansprechen, die ARD-Statistik Politiker. Und entsprechend fallen die Ergebnisse aus.

Aber darauf kommt vermutlich jeder auch ohne großes Nachdenken, auch die Leute, die ja meistens nicht so einfältig sind wie Intendanzen das gern hätten.

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