Ob ich Papa mal die Zunge rausstrecke?

Boah. Wie langweilig...Nord-Korea zelebrierte letzte Nacht die größte Militärparade seit Bestehen des Landes, also eine sehr große Militärparade. Der äußere Anlass war, dass vor genau 65 Jahren der Opa des dicken Jong-un (28) die Macht an sich gerissen und eine der widerlichsten Diktaturen der Welt errichtet hatte. Jong-uns Papa Jong-il, der das Land von Opa Il-sung geerbt hatte, reicht es jetzt wohl gerade an den Enkel weiter. Jong-il wird ja nachgesagt, dass er gern viel und fett isst, sich ungern bewegt und auch sonst ungesunde Angewohnheiten hat. Darum hat er wohl einen Schlaganfall erlitten, was aber offiziell keiner weiß, weil die hässliche Kim-Familie jeden einsperrt, foltert oder tötet, der etwas anderes sagt, als dass es sich um eine kommunistisch-heilige Sippe handelt, deren Herrschaftsanspruch von ganz oben kommt, so ähnlich also wie das Gottesgnadentum im europäischen Feudalismus. Jong-un sieht aus, als würde ihm dassselbe Schicksal blühen. Er sieht außerdem aus, als hätten die anderen Kinder nur deshalb mit ihm  gespielt, weil er sonst seinen großen Bruder geholt hätte, der in diesem Fall der ganz große Bruder gewesen wäre. Es heißt, er hätte dann ein paar Jahre in einem Schweizer Internat verbracht, wo er auch deutsch gelernt habe. Seine Klassenkameraden hätten nicht gewusst, dass es sich um Kim Jong-un handelte. Der kleine pummelige Koreaner sei zurückhaltend und scheu gewesen. Jetzt ist er wieder zu Hause. Glücklich sieht er nicht aus. Das scheint in der Familie zu liegen. Sein Blick hat dieselbe Mischung aus Arroganz, Gewalt und Genervtheit wie der Blick seines Vaters. Ein verwöhntes Scheißkind, das niemand wirklich lieb gehabt hat und dass so guckt, als würde es von früh bis spät nur überlegen, wie es sich rächen könnte. Man fragt sich, ob dieser Jong-un eine Freundin hat und kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass eine Frau freiwillig mit ihm ins Bett geht. Er sieht eigentlich auch so aus, als sei er eher ein winziger Liebhaber. Aber dann fragt man sich, ob sich eine traut, ihm zu widerstehen, weil die Alternative ja auch nicht gerade berauschend ist. Überhaupt nicht lustig ist das neue Spielzeug, das sein Papa ihm heute quasi offiziell überreicht hat. Er ist ja jetzt General einer der größten Armeen Asiens, mit hunderttausenden Soldaten, Panzern, Flugzeugen, Schiffen, Raketen und sogar einem Atomknopf.

Jungs, macht hinne! Hab seit einer Stunde nichts gefuttert!

So sieht der kleine dicke Junge aus, wenn er sich ein bisschen freut

...und das wird alles mal meins...

Jong-un mit seinem Vater Jong-il (Mitte) und Chinas Politbüro-Mitglied Zhou Yongkang (erste Reihe, 2. v. re.)

Hö. Hö. Hö.

Holla! Er lacht ja wie ein Mensch!

Mist. Warum knipsen die mich nicht von meiner Schokoladenseite!

Die nordkoreanische Weltpresse drängt sich um den Nachwuchs-Führer

Ob ich Papa mal die Zunge rausstrecke?

So sieht ein echter nordkoreanischer Kommunistenführer aus. Hat was von einem Hiphopper

Hehe. So lange ich klatsche, klatschen die Clowns hinter auch. Will ich Ihnen auch geraten haben!

Seine pummelige Hoheit seien es zufrieden...

...über die schöne Bescherung!

Ich finde es übrigens bezeichnend, dass ein chinesisches Politbüromitglied sich die gigantische Militär-Farce heute auf der Tribüne neben dem dicken Jung-un-Söhnchen mitangeguckt hat, während seine Genossen nach wie vor den Friedensnobelpreisträger Jiu Xiaobo im Kerker festhalten.

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