SWR-Intendant Peter Boudgoust | Foto: SWR

Der SWR und die Swingerclub-Affäre: Das eine sagen, das andere tun. Sich einerseits rhetorisch zum Sachwalter des guten Geschmacks aufschwingen und wortreich den Auftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten rechtfertigen, andererseits in einem internen Papier „Sex & Crime“ zum strategischen Programmkriterium erklären. Kombinieren wir einmal Äußerungen des SWR-Intendanten Peter Boudgoust aus einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst mit den überlieferten Fragen seiner Reporterin bei ihrer Live-Reportage aus einem Swingerclub (Quellen: hier, hier und hier), dann liest sich das so:

Boudgoust: Warum soll man Emotionen aussparen? Emotionen sind wichtig und wenn Zuschauer und Hörer eine emotionale Bindung an ihr Programm haben, ist das sehr gut.

Swinger-Reporterin: Es gibt sogar spezielle Themenabende für Jüngere.

Boudgoust: Aber das ist doch nicht gleichzusetzen mit Boulevard.

Swinger-Reporterin: Hier hat man alle möglichen Möglichkeiten…

Boudgoust: Wir wollen die Fülle dessen, was die Menschen interessiert, abbilden, aber es gibt keine bewusste Hinwendung zum Boulevard.

Swinger-Reporterin: …zum Beispiel Partner tauschen oder auch Sex zu viert oder sechst haben.

Boudgoust: Wir sind nicht die Volkshochschule der Nation, und wir sollten uns diesen falschen Anspruch auch nicht einreden lassen. Das wäre ein falsches Verständnis unseres Auftrags.

Swinger-Reporterin: Wie war denn das erste Mal?

Boudgoust: Wir sind der Dokumentarfilmsender in der ARD.

Swinger-Reporterin: Ist das denn wie beim Porno?

Boudgoust: Ja, im positiven Sinne, wir haben aber auch in beiden Landesprogrammen ein politisches Magazin.

Swinger-Reporterin: Wie ist es, habt ihr eigentlich noch Sex?

Boudgoust: Wir machen ein sehr anspruchsvolles öffentlich-rechtliches Programm.

Ah ja!

3 Kommentare
  1. Monex sagte:

    Die Antwort lieferte man gleich selbst SWR-Reporterin Carmen Lustig machte sich mit dem Mikrofon auf die Gemutslage vorwiegend alterer Weihnachtsmarktbesucher zu erkunden.

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  2. Heinrich sagte:

    Das wird alles nicht besser, wenn wir statt der Zwangsgebühr fürs Fernsehen eine Steuer kriegen! Aber dann merken dann aber auch die Dümmsten, wie ihr Geld und wofür verschleudert wird!!!

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