Vier Studenten aus New York programmieren gerade einen möglichen Facebook-Nachfolger. Der Auftakt in ihr Projekt ist ausnehmend erfolgreich. Die vier planen, in den Semesterferien drei Monate lang vollzeit den benötigten Code zu schreiben. Auf der Seite Kickstarter.com (eine großartige Einrichtung übrigens) präsentierten sie ihr Vorhaben und suchten Investoren, die bereit wären, insgesamt 10.000 Dollar beizusteuern. Versehentlich ächzt ihr Konto jetzt unter der Last von 200.624 Dollar und wurde wegen Überfüllung geschlossen.

Der Name ihrer Facebook-Konkurrenz lautet Diaspora. Diaspora soll im wesentlichen all das können, was auch Facebook kann. Der Unterschied liegt darin, dass die Software dezentral auf den Rechnern der Nutzer installiert wird. Es gibt keinen zentralen Server wie bei Facebook, der Kontakte, Statusmeldungen, Links oder Empfehlungen aller Nutzer an einer Stelle speichert und den auch nur einer wirklich kontrollieren kann – nämlich die Firma Facebook. Bei Diaspora kontrolliert jeder Nutzer selber, was er dem Netz preisgeben möchte.

Dass dieser Aspekt nicht ohne ist, wurde deutlich, als sich herausstellte, dass Facebook hochgeladene Adressbücher von Nutzern ungefragt verwendete, um eigenmächtig Nichtmitglieder im Namen von Mitgliedern anzuschreiben. Als ich das las, war ich heilfroh, dass ich mein Adressbuch Facebook nicht anvertraut hatte.

Die vier Diaspora-Programmierer planen, ihre Software unter der GPL-Lizenz zu veröffentlichen. Mit anderen Worten: Sie wird kostenlos sein, im Quelltext vorliegen, und jeder, der sich dazu berufen fühlt, darf sie verändern oder Ergänzungen programmieren. Im September soll die erste Version fertig sein.

3 Kommentare
  1. Benjamin sagte:

    Hallo,

    schöner Artikel, aber ich finde es etwas komisch, dass dann unterhalb des Artikels ein Gefällt mir Button von Facebook zu sehen ist…

    LG

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  2. bitterlemmer sagte:

    OK, Punkt für @Benjamin! Aber ich bin da pragmatisch. Noch existiert die Alternative erst in den Köpfen ihrer Programmierer.

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