Achtung! Dieses Glas vorsichtig leeren, raten "unabhängige" Nuklear-Experten der taz

Manchmal würde ich Journalistenkollegen gern fragen, ob sie beim Schreiben auch denken. Etwa, als ich heute diesen Satz auf der taz-Webseite las: „Unabhängige Forscher raten der Bevölkerung, sich nicht auf Regenwasser als Trinkwasser zu verlassen“. In dem Text ging es darum, dass in Südwestfrankreich leichte Radioaktivität in Regenwasser gemessen wurde, 8,5 Becquerel, wie die taz notierte. Also werde ich ab sofort  etwas anderes trinken als immer nur Regenwasser, danke, wäre ich allein nicht drauf gekommen.

Genauso hirnrissig ist diese Formulierung: „Schwangere, stillende Mütter oder Kinder sollten vorsichtig sein bei Frischmilch, Frischkäse und dem Verzehr von Spinat, Salat und Kohl. „ Heißt jetzt genau was? Nur kleine Schlucke? Frischkäse nur lutschen? Spinat und Salat schön kleinschneiden? Brustwarzen vor dem Stillen desinfizieren?

Was überdies in dem Artikel fehlte: In Deutschland gilt ein Grenzwert von 600 Becquerel pro Liter. Alles darunter ist nach amtlicher Lesart unbedenklich. Bei Milch und Babynahrung gilt ein strengerer Grenzwert: 370 Becquerel pro Liter. Aber egal. Angst machen ist ja auch viel schöner.

8 Kommentare
  1. Ingolf Keil sagte:

    Also ich hab mal grb gerechnet, ich müsste ca. 70,5 ltr.Regenwasser trinken bevor es gefährlich wird. Da ich auch selten Regenwasser trinke, hab ich wohl noch ein langes Leben vor mir. Danke den Panikmachern.

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