Ich hatte heute früh eine E-Mail von Facebook im Kasten, wie Tausende andere auch. Facebook teilte mir darin mit, dass ein einzelner User meiner E-Mail-Adresse heruntergeladen habe, obwohl die nicht zur freien Ansicht bereit steht. Wer derjenige war, teilte Facebook mir nicht mit. Der Schaden dürfte irgendwo zwischen Null und fast Null liegen. Bedenklich allerdings ist der schmale Grat, über den Facebook die Daten seiner Nutzer balanciert.

Facebook wirbt schon seit langem mit der Möglichkeit, jedermann möge seine komplette Adressliste hochladen. Aber anders als iCloud oder – hoffentlich – Google nutzt Facebook die Daten für eigene Zwecke. Die manchmal etwas gespenstische Treffsicherheit, mit der Facebook z.B. neue FB-Freunde vorschlägt, resultiert auch aus der Auswertung von Adressbüchern. Die Datenbank-Programmierer stehen also vor der Herausforderung, einerseits Daten unterschiedlicher Nutzer miteinander zu verknüpfen, andererseits aber die Datenschutzversprechen zu halten. Und das ist hier gerade schiefgegangen.

Dass mein Adressbuch nie bei Facebook gelandet ist war allerdings eher eine Bauchentscheidung. Irgendwie erschienen mir die Aufforderungen, es hochzuladen, immer eine Spur zu penetrant. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass sich Facebook nie als Online-Datenspeicher mit hoher Sicherheit präsentiert hat, sondern als Plattform für möglichst offene Kommunikation. Also benutze ich Facebook für Schwatzhaftigkeit und Kontaktpflege.

Cloud-Dienste nutze ich auch, aber eben solche, die sich eben gerade nicht als Plauderbörsen präsentieren. Auch mein Adressbuch, das mir ziemlich heilig ist, gibt es online, und zwar in Apples iCloud. Dass ich Apples Versprechen auf Datensicherheit glauben muss, weiß ich natürlich. Ich weiß andererseits aber auch, was Apple blühen würde, wenn persönliche Daten der iCloud-Nutzer in falsche Hände fielen. Weil Apple da etwas zu verlieren hat, liegt es in Apples eigenem Interesse, seine Server dicht zu halten.

Was bleibt ist das übliche Restrisiko.

1 Antwort
  1. Pete Denker sagte:

    Ich war bei fb mit der Herausgabe von Informationen über mich zurückhaltend. Daher könnte praktisch Jeder mein Freund sein. Entsprechend umfangreich ist die Liste mit den Freundschaftsempfehlungen, welche mir kontinuierlich von dem Board offeriert wird.

    Pete Denker

    Antworten

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