Euro-Kracher Griechenland und kein Ende. Jetzt droht der Luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker mit “Folterwerkzeugen”, die die Staaten gegen Währungsspekulanten einsetzen könnten. Gleichzeitig lehnt Juncker ein Eingreifen des IWF in Griechenland ab, was einige Ökonomen heute fordern. Dass die europäischen Regierungen den IWF vom heimischen Acker fernhalten wollen, ist schon länger bekannt und hat mehr mit Eitelkeit und Prestige zu tun als mit Lösungskompetenz. Auch die IWF-Empfehlung, die Staatsschulden Griechenlands per Inflation zu mildern, lehnte Juncker ab. Damit dürfte er die Stimmung der meisten Europäer treffen, denn Inflation würde ja nur bedeuten, dass dann jeder Einzelne für die Staatsbetrüger in Athen zu zahlen hätte.

Mit seiner Folterdrohung liegt er allerdings daneben – zumal er nicht sagt, was er damit meint, obwohl das ziemlich eindeutig ist, weil es auf der Hand liegt. Die größten Gläubiger Griechenlands sind Banken. Unter den deutschen Banken ist es vor allem mal wieder die notorische Hypo Real Estate, die schon bei der Finanzkrise vorvergangenes Jahr unangenehm aufgefallen war. Bei der Hypo Real Estate werden in den nächsten Wochen griechische Staatsschulden in Höhe von 4 bis 5 Milliarden Euro fällig. Bekanntlich ist diese Bank seit Oktober 2009 verstaatlicht. Sie hat zudem bisher ihrerseits mehr als 100 Milliarden Euro an Hilfe vom Steuerzahler erhalten. Auch andere deutsche Banken sollen zu den größeren Gläubigern Griechenlands gehören.

Gleichzeitig – wir sind immer noch bei den “Folterwerkzeugen” – sind es eben die Banken, die von den Politikern wieder mal als “Spekulanten” geschmäht werden. Die Spekulation gegen den Euro funktioniert überwiegend als sogenannte Swaption – ein Mittelding aus Swap (Tausch) und Option. Der Spekulant borgt sich einen Euro-Betrag, tauscht ihn in eine andere Währung und investiert diesen Betrag. Sinkt der Euro, hat der Spekulant Gewinn gemacht. Steigt er, muss er mehr an seinen Gläubiger zurückgeben und macht Verlust. Diese Geschäfte laufen fast ausschließlich als Interbankengeschäfte.

Hier wäre also die Möglichkeit, ein “Folterwerkzeug” anzusetzen: Die Staaten könnten den Banken mit Liebes- und Zuschussentzug drohen, wenn sie weiter solche Geschäfte machen. Damit wäre dann aber auch gleich klar, wir wirksam eine solche Folter wäre: Gar nicht. Hedgefonds und andere unregulierte Finanziers würden einspringen und das Geschäft gänzlich außerhalb des staatlichen Zugriffs fortführen.

Juncker sagte übrigens nicht, wie die Spekulation gegen den Euro tatsächlich wirksam und anhaltend gestoppt werden könnte: Indem die Staaten weniger Schulden machen. Denn dann entfiele der Anlass für die Spekulation.

Meine Wette steht übrigens nach wie vor.

2 Kommentare
  1. Schaefer Uwe sagte:

    Haben wir nichts gelehrnt. Erster Weltkrieg, Inflation, Zweiter Weltkrieg,2012 haben wieder Spekulanten das sagen über uns, das heißt über alle Bürger der Welt. Ist das nicht bedrohlich, können wir denn nicht einmal ehrlich sein, ist der Mensch so? Wir brauchen die Banken nicht, wenn die Zocken, müssen sie eben pleite gehen, aber wir müssen einen Weg finden das die nicht unser Geld
    mit in den Sog ziehen. Ich muß auch für meine Schulden gerade stehen. Zeigt den Banken entlich Ihre
    Grenzen auf. Fang mit dem Wort Ehrlich an, keine Heuchelei und Vorteilsnahme von denen die
    das Zepter in der Hand haben. Wollt Ihr wirklich wieder das was unter Hiltler begann.
    Lass uns jetzt was tun. Wer macht mit?

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