Doro Bär hat in einem Interview mit der Welt ihre Kritiker verspottet und bleibt dabei: Flugtaxis sind wichtiger als schnelles Internet. Das ist ein bisschen spitz wiedergegeben, aber gleichwohl zutreffend.

Wie schon zuvor schwadroniert sie von Risikobereitschaft und einem Mentalitätsproblem. Ausgerechnet Bär, die ihr Lebtag auf dem weichen Behördensessel ruhte und dort warm und sicher saß und sitzt – während sie zugleich den von ihr gerüffelten und regierten Steuerzahlern vorwirft, sie seien zu satt.

Doro Bär bekommt jetzt ihren zweiten Job für ein Infrastrukturministerium. Der erste war beim Bundesverkehrsministerium. Das ist der Laden, der bundesweit Autobahnbrücken verfallen lässt und reglos zuschaut, wie die Bahnen immer überfüllter werden und wie keine Fracht von der Straße auf die Schiene wechselt, weil keine Schiene mehr da ist, auf die noch was wechseln könnte. Es ist einer der Läden, der eher schwer schnelle Glanzeffekte für die Medien erzielen kann, aber für die Zukunft wichtiger ist als jedes andere Laberministerium. Umso schlimmer ist es für die Zukunft, wenn so ein Laden von der üblichen eitlen Politikergattung geführt wird, zu der sich Doro Bär recht offensiv bekennt.

Jetzt also Digitales, und da sagt Doro Bär im Welt-Internew den tollen Satz: „Es geht in der Digitalisierung eben nicht nur darum, das Alte digitaler zu machen, sondern Neues zu entwickeln“. Echt jetzt? Doro Bär ist auch diejenige, die die Einführung von DAB fürs Radio verlangt und die dafür ist, UKW abzuschalten. Ich wüsste nicht, wie man konsequenter etwas Altes ein bisschen digitaler machen könnte, ohne auch nur einen Funken Neues zu schaffen wie mit DAB. Derweilen eiert sie beim digitalen Netzaufbau herum und schwadroniert was von Gewerbeparks, die erstmal angeschlossen werden müssten, davon, dass angeblich niemand mehr als 35 MBit/s haben wolle oder dann wieder davon, dass das ja eine Selbstverständnlichkeit sei.

Eben, eine Selbstverständlichkeit. Und warum gibt es jetzt den wohlfeilen, billigen, unglaubwürdigen und verlogenen Groko-Plan, bis 2025 eine Rechtsgarantie auf irgendwas zu liefern, was irgendein Regierungsschwätzer für Breitband hält? Ein schön weit vorverlegtes Versprechen mit großkotziger Rhetorik für eine SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT? Die eben alles Mögliche ist außer selbstverständlich?

Doro Bär schwätzt im Welt-Interview von jungen Praktikanten, die sie frage, was sie ins Ministerium ziehe. Die würden dann antworten, es sei die Sicherheit. Sie wolle aber lieber Startup-Typen ins Haus holen. Nochmal: Echt jetzt? Ich finde, Startup-Typen gehören in ihr Startup und nicht in ein Ministerium. Da gehört eine Doro Bär hin, die in ihrem Leben nichts Produktives zustande gebracht hat und nicht kapieren will, dass sie da, wo sie ist, Produktivität, Fortschritt und Innovation nur durch eines voranbringt: Indem sie den Mnd hält und die allgegenwärtige bürokratische Regu-Strangulierung wegschneidet. Die sich aber leider selber für unfassbar progressiv zu halten scheint mit ihrem innovativen Mundwerk, deren Startup-Mentalität aber jedenfalls nicht für ein eigenes Startup reichte, sondern nur für den Gang durch die Parteihierarchien. Jeder weiß, welche Mentalität für derartiges notwendig ist.

Würde Doro Bär ernst meinen, was sie redet, müsste sie mit Bürokraten kämpfen. Den Leuten in ihrem Haus, in den anderen Häusern, in den Bundesländern, in Regierungsbezirken und Gemeinden. Auf allen Ebenen des Staatsapparats, wo die Bremser, Blockierer, Bewahrer und selbstsüchtigen Herrschertypen sitzen. Die diejenigen verachten, die sie finanzieren. Die in der Tat einen Mentalitätswandel benötigen. Aber Doro Bär ist nur insofern ernst zu nehmen, als sie an den Schalthebeln der Macht sitzt, nicht, weil sie das Richtige vorhat. Sie unterscheidet sich da nur äußerlich von den alten Säcken. 

Foto: Clark Tibbs on Unsplash
1 Antwort
  1. Dr. Caligari sagte:

    Jede Menge Typos, aber inhaltlich ist das wohl richtig.

    Allein der Gedanke, “Start Up”-Typen in ein Ministeriuj zu bringen ist absurd. Gnausogut könnte man Rechtsanwälte in ein Krankenhaus bringen wollen. Ein MInisterium braucht einen anderen Typ Mensch als den Risikobereiten Selbstständigen.

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