Es ist ein Weltereignis. Die Tagesschau bringt es natürlich auch ganz vorn. „Der UNO-Jugendgipfel hat also mit einem Auftritt von Greta Thunberg begonnen“, sagt der Sprecher und fragt den aus New York zugeschalteten Korrespondenten: „Was hat sie denn gesagt? Wie lautet ihre Botschaft an die Welt?“ So weit, so erwartbar. Wer oder was aber ist der UNO-Jugendgipfel? Wer darf da überhaupt hin? Darf ich da meinen Neffen auch anmelden? Auf welche Landschaften blicken diese Gipfelteilnehmer herab? Hat die jemand gewählt? Zum Beispiel eine Landesschülervertretung?

Zugelassen werden nur Führer

Eine Webseite der UNO erklärt es – leicht pathetisch – so:

„Der UN Jugend-Klimagipfel ist eine Plattform für junge Führer, die Klima-Aktionen vorantreiben und ihre Lösungen bei den Vereinten Nationen vorstellen und die sich bedeutungsvoll mit Entscheidern zusammentun, um das unsere Zeit bestimmende Thema zu definieren.“

Eigene Übersetzung, https://www.un.org/en/climatechange/youth-summit.shtml

Sofern die Führer keine Jugendlichen mehr sind, sondern im jungen Erwachsenenalter zwischen 18 und 29, konnten sie sich selber für die Teilnahme bewerben. In der Ausschreibung heißt es dazu:

„Bewerber werden auf Basis ihres nachgewiesenen Engagements beim Thematisieren der Klimakrise und ihrer sichtbaren Führerschaft beim Entwickeln von Lösungen ausgewählt“.

Eigene Übersetzung, https://www.un.org/en/climatechange/youth-summit.shtml

„Klimaführer unter 18“ durften sich nicht persönlich bewerben. Sie mussten sich von Schulen oder Organisationen aufstellen lassen. Dafür gab es ein Extra-Formular.

Außerdem stiftete der Vize-Generalsekretär der UN 100 „grüne Tickets“ für die CO2-neutrale Anreise nach New York. Welche Verkehrsmittel dafür genutzt wurden, steht nicht auf der Seite. Wären sie alle nach New York gesegelt, hätten wir es vermutlich in der Tagesschau erfahren.

Die Bewerbungen, so kann man weiter lesen, wurden dann von den beiden UNO-Büros für den Klimagipfel und für Jugend gesichtet und „evaluiert“. Was das bedeutet, beschreiben sie anhand eines fiktiven Beispiels:

„Zum Beispiel hat ein starker Kandidat konkretes Engagement gezeigt, um Klima-Aktion voranzubringen, auch durch Führungspositionen und klare Belege für Wirkung.“

Eigene Übersetzung, https://www.un.org/en/climatechange/youth-summit.shtml

Führer bestimmen, wer als Führer zugelassen wird

Man erfährt in groben Zügen auch, welches Gremium die Klimaführer für die Teilnahme in New York auswählt, jedenfalls so ungefähr.

„Der Jugend-Arbeitsgruppe gehören 30 junge Führer aus der ganzen Welt an, vorzugsweise dem globalen Süden, die für die Teilnahme am Vorbereitungsgipfel in Abu Dhabi im Juni 2019 ausgewählt wurden.“

Eigene Übersetzung, https://www.un.org/en/climatechange/youth-summit.shtml

Diese 30 Führer gemeinsam mit dem „Climate Action Team“ der Uno, der UN-Stiftung und dem UNO-Jugendbüro legten fest, wer reindurfte und auch, wer eines der 100 grünen Tickets für die Anreise nach New York bekam.

Wo die Führer dann für die Jugend der Welt sprachen, wie uns freie Medien in demokratischen Staaten mit Pressefreiheit gewohnt distanziert berichteten.

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