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Am Morgen galt ich noch als frisch und gesund. Jetzt bin ich noch genauso gesund, aber vermutlich in Covid-Hausarrest. Genau weiß ich das nicht, denn es ist Freitagnachmittag und mein Gesundheitsamt ist nicht mehr zu erreichen. Dafür schickte mir die Apotheke, die mich  positiv schnelltestete, eine „Kundeninformation“, in der sie mir wärmstens homöopathische Globuli ans Herz legt. Nur im Fall akuter Atemnot möge ich einen Arzt aufsuchen.

Der Reihe nach.

Am Morgen: Training (noch als gesund geltend)

Gleich nach dem Aufstehen fuhr ich in mein Fitnessstudio und trainierte ca. zwei Stunden. Ich gehöre zu den privilegierten Menschen, die beim Auflegen des Kontaktchips an der Fitnessstudio-Pforte freien Eintritt bekommen, weil ich nämlich doppelt geimpft und geboostert bin. Wer das nicht ist, der muss vor dem Training einen Corona-Schnelltest absolvieren. Aber ich, wie gesagt, nicht, weil geboostert, so ist es Vorschrift.

Nach dem Training ging ich essen, dann fuhr ich zu einer Teambesprechung nach Ismaning. Allerdings sollte ich vor dem Betreten des Hauses, in dem wir uns trafen, einen PCR-Schnelltest absolvieren. Für den hatten die Kollegen einen Termin bei der dortigen Falken-Apotheke vereinbart, die ich hier namentlich nenne – warum, das wird gleich klar. Nach dem Test begann dann unser Treffen.

Vor dem Meeting: Testing

Nach einer Weile klingelte mein Handy. Eine Mitarbeiterin der Apotheke teilte mir mit, mein Test sei positiv. Also beendete ich meine Teilnahme, setzte mich ins Auto und fuhr wieder heim. Zu Hause setzte ich mich an den Computer, um zum einen das schriftliche Testergebnis der Apotheke in der Inbox abzurufen, den dazugehörigen QR-Code in meine Corona-Warnapp zu spielen und außerdem zu recherchieren, was ich jetzt zu tun hätte.

Leider war kein QR-Code dabei, sondern nur ein wie eine Urkunde gestaltetes PDF-Dokument. Außerdem eine „Kundeninformation“ für positiv Getestete. „Begleitbehandlung bei einer Covid-19-Infektion“ lautete die Überschrift. Bei Atemnot möge ich den Arzt konsultieren.  Die Apotheke empfiehlt Vitamin-C und Vitamin-D-Präparate und ein Zink-Medikament – anders als das RKI, das nichts davon empfiehlt. Das übliche Apotheker-Reklame-Geklingel.

Apotheke empfiehlt Globuli gegen Nebenhöhlenentzündung

Dann schreibt der Apotheker, Covidkranke hätten häufig erhöhte Körpertemperatur und ein mattes Körpergefühl – und empfiehlt vor allem homöopathische Globuli, und zwar nicht nur gegen unspezifisches Unwohlsein, sondern auch bei handfesten und organischen Beschwerden.

Als da wären: Kopfschmerzen, Nebenhöhlenentzündung, Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit und Kreislaufstörungen. Die Falken-Apotheke in Ismaning empfiehlt Covid-Kranken mit solchen Symptomen allen Ernstes esoterische Schwurbelware.

Immerhin ging dort jemand ans Telefon, als ich anrief und nachfragte, warum sie das tun. Die Antwort lautete: Es gebe eine Studie, die beweise, dass das wirkt. Ich fragte, welche Studie das sei und wo ich sie finde. Die Mitarbeiterin erklärte mir, dass sie leider gerade viele zu tun habe und darum keine Zeit mehr für mich.

Gesundheitsamt ist dann mal im Wochenende

Als nächstes suchte ich im Netz nach einer Möglichkeit, mein Gesundheitsamt zu kontaktieren und mein positives Testresultat mitzuteilen. Ich stellte fest, dass das wohl nur telefonisch geht, freitags leider nur bis 12 Uhr, am Wochenende gar nicht und also erst wieder kommenden Montag ab 8 Uhr.

Da sitze ich jetzt also – kerngesund, positiv getestet, gut im Training, offenbar hausarrestiert. Vielleicht nutze ich die Zeit und schreibe noch ein paar freche Texte gegen den Irrsinn der Corona-Politik. Zum Beispiel darüber, dass ich völlig legal auch morgen hätte trainieren dürfen, anschließend ins gut besuchte Café gehen, was man eben so alles darf als braver doppelt Geimpfter mit Booster, wenn ich heute nicht zufällig bei der Falken-Apotheke in Ismaning vorbeigeschaut hätte. Ich hätte gar nicht bemerkt, das ich erkrankt bin.

Wobei: Krank bin ich ja auch nicht, bestenfalls symptomlos infiziert.

Bonus: Corona-Medizin aus der Schwurbel-Apotheke

Für alle, die es genau wissen wollen, hier ein Anhang mit den homöopathischen Empfehlungen der Falken-Apotheke im Wortlaut – Typographie, Fettungen, Klammerbemerkungen etc. wie im Original.

Grippeähnliche Symptome mit Fieber und Gliederschmerzen können Sie naturheilkundlich begleiten:

Meteoreisen Glob. velati (3 x 10)

Infludo Tropfen (Weleda) (80 Tropfen in ein Glas Waser und über den Tag verteilt trinken) oder

Infludoron Streukügelchen 1-2-stündl. 15 Glob.

Zur Stärkung der Lunge eignen sich Bryonia/Stannum Globuli velati: stündlich 10 Globuli

Bei Nebenhöhlenentzündung mit Verschleimung:

Agropyron Globuli velati Bis zu stündlich 10 Glob.
Cochlearia amoracia 10% Salbe äußerlich auf die Nebenhöhlen 3 x tägl.
Sinupret extrakt 3 x 1
Gelomyrthol forte oder Soledum forte 3 x 1

Kopfschmerzen : (Corona bedingt)
Gelsemium / Bryonia Mischung stündlich 8 Tropfen Schmerztabletten

Übelkeit: Gentiana Magen Globuli velati 3-5 x 10 bei Übelkeit

Kreislaufstörungen mit Schwindel (ggf. auch erst später im Verlauf)

Skorodit Kreislauf Globuli velati 3 x 10 und akut bei Bedarf)
Balsamischer Melissengeist (Tropfen auf Zucker)

In der Genesungszeit und bei Erschöpfung:

Levico comp. Globuli velati (3 x 10 Glob.)
Meteoreisen Globuli velati (3 x 10 Glob.)
Vigo Loges Kps. 1 x 2 St.

 

Donauschwimmen vor dem AKW Gundremmingen

Ich war am Wochenende in der Donau schwimmen, und zwar bei Gundremmingen. Da steht ein Atomkraftwerk. Ein echtes. Es dampft oben aus dem Kühlturm. Der Wasserdampf, der da entweicht, ballt sich zu Schönwetterwolken. Es sind die einzigen Wolken am Himmel. Mir fällt Gudrun Pausewang ein. Die Wolke, ein Panik schürendes Kinderbuch, schlimmer als der Rotkäppchen-fressende böse Wolf. Eine lautlose, unheimliche, hinterhältige Wolke zieht auf und vernichtet uns alle und macht die Welt unbewohnbar. Ein apokalyptisches Märchen, das die Grünen bis heute glauben. Denn die weißen Wasserwölkchen da oben sind einfach nur hundsprimitiver Wasserdampf. Der besteht auch aus Atomen, die sich wiederum zu H2O-Molekülen gruppieren und da so schäfchenhaft aus dem Turm quellen.

Unten, im Flussbett der Donau, fließt noch mehr H2O und es ist bedeutend kühler. Aber man hält es gut darin aus. Mit ein paar Aktivisten von Nuklearia bin ich da reingesprungen. Rein in die Strömung, die uns kräftig am Atomkraftwerk vorbeizog, schön mitten durch die Sichtachse, damit wir alle aufs Bild passten: Die Schwimmer, die Donau, das Kraftwerk und ein bisschen Wolke.

Wahrscheinlich bin ich jetzt für immer verstrahlt. Mir hat ja kürzlich jemand gesagt, ich sei neuerdings genetisch umprogrammiert, und zwar wegen meiner Corona-Impfung. Da hatte ich der betreffenden Person von meinem ersten Shot erzählt. Mein Gegenüber bedauerte, dass meine Gene nun auf ewig verändert sein. Ich antwortete, es sei nur AstraZeneca gewesen, ein Vectorimpfstoff, nix mit Gentechnik. Das Gegenüber antwortete, das würden die mir nur sagen. Das sei ganz anders. Ich würde es erleben. Knapp zwei Monate später erzählte ich von meiner florierenden Biontech-Aktie und von meinem zweiten Shot mit Moderna. Nacktes Entsetzen war die Reaktion. Wie ich mit so etwas Geschäfte machen könne.

Nuklear und geimpft: Förchtet Euch!

Wir Deutschen sind, was Aberglauben betrifft, offenbar ein bisschen speziell. Atomkraft ist Märchenthema mit Realbezug, seit die Pioniere der Anti-AKW-Bewegung seinerzeit die lachende Sonne mit „Atomkraft – Nej tak“ aus Dänemark mitbrachten. Einer von denen war Baldur Springmann, ein Nazi, SA-Mann, aber auch Öko-Bauer und einer der Gründer der grünen Partei. Springmann wird in seiner Bedeutung für Denkmuster des nationalgrünen Deutschtums schwer unterschätzt. Was er an wirrer Mystik in die Welt setzte, schimmelt in grünen Hirnen bis heute lebendigst vor sich hin.

Bei mir in Oberbayern kämpfen sie gegen die Aufklärung besonders heftig an. Unsere Grünen hier gehören zum harten Kern der Mutter-Erde-Fraktion mitsamt ihrem kotzwürdigen Antisemitismus. Wie die wahren Taliban sind sie stets auf der Suche nach noch mehr Reinheit, reiner als rein. Der diesjährige Wahlkampf hat einen regelrechten Überläuferstrom zur national-mystizierenden Querdenker-Partei „Die Basis“ ausgelöst. Diese Leute sind echte Grüne, nur eben noch irrer. Demnächst mehr dazu auf diesem Blog.

Mögen sie sich bis dahin an diesem großartigen Bild ergötzen, das mich, zweifach geimpft, mit Vector- und mRNA-Präparat, schwimmend in der Donau direkt vor dem AKW Gundremmingen zeigt. Hach! Wie wundervoll die Isotope mich durchströmen, wie kregel die DNA-Stränge sich in mir winden. Wie wohlig warm das nukleare Feuer in mir lodert. Wie das Donauwasser (höchstens 17 Grad) die Hitze meiner Hirnwindungen kühlt.

Fürchtet Euch, Ihr Schwurbler! Denn meine Blicke strahlen jetzt neutronisch.

Da jammert der Staat einerseits, die Bürger würden angesichts sinkender Corona-Zahlen impfmüde. Termine sind in den Impfzentren seit kurzem sogar für denselben Tag möglich. Endlich scheint auch genügend Impfstoff vorrätig zu sein. Zugleich droht der Bundesgesundheitsminister mit Wechselunterricht nach den Sommerferien. Täglich warnen Politiker und Medien vor der „gefährlichen Delta“-Variante. Wie gut, dass frische Studien Klarheit bringen, wie sich „Delta“ gut bekämpfen ließe. Wie fantastisch, dass das Robert-Koch-Institut und seine Ständige Impfkommission (Stiko) auf dem Stand der Wissenschaft sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen, auch für die Zweitimpfung. Aber wenn man denkt, es könne jetzt mit Tempo losgehen, denkt sich die Bürokratie in Rosenheim: Nö.

Termin klappt. Aber vor Ort wird es kompliziert

Vergangenen Freitag las ich in einem Artikel der Welt, dass die Stiko als Zweitimpfung nach einem ersten Schuss AstraZeneca ein mRNA-Präparat wie das von Biontech empfehle (–> Quelle). Man muss ein bisschen weiter lesen als nur Überschrift und ersten Satz und findet dann detaillierte Infos. Ich habe später auch die entsprechende Empfehlung auf der Seite des Robert-Koch-Instituts gefunden, aber dazu gleich mehr. Jedenfalls habe ich mich von unterwegs gleich für den nächstmöglichen Termin beim Rosenheimer Impfzentrum angemeldet – der war dann auch am selben Tag, 2. Juli 2021 um 16.45 Uhr. Ich war pünktlich da.

Covid Impfstoff

Impfstoff ist endlich da. Aber das Impfzentrum Rosenheim rückt ihn nicht raus

Am Empfangsschalter erklärte ich der Mitarbeiterin die Lage: Am 5. Mai hat mein Hausarzt mir als Erstimpfung AstraZeneca gespritzt. Das ist acht Wochen her. Nach damaliger Lage wäre eine zweite Dosis mit Astra zwölf Wochen später fällig. Nach heutiger Lage dagegen empfiehlt die Stiko eine Zweitdosis Biontech, und zwar schon nach ab vier Wochen. So schilderte ich es der Mitarbeiterin. Die versuchte, die Konstellation in ihren Computer einzugeben. Sie holte dann eine Kollegin zu Hilfe, die dann einen Arzt und der noch einen, der so etwas wie der Chef gewesen sein musste.

Letzterer behauptete freiweg, es gebe diese Stiko-Empfehlung nicht. Selbst, wenn es sie gäbe, müsste sie von der Stadt Rosenheim als Impfzentrum-Betreiberin freigegeben werden. Das sei bisher nicht passiert. Wenn ich der Meinung sei, es gebe die Empfehlung, möge ich sie ihm zeigen.

Der Arzt im Impfzentrum spottet über Spahn

Ich zeigte ihm den Welt-Artikel. Er lachte mich aus und spottete, was Herr Spahn sage, sei nicht wichtig. Der wolle sich nur öffentlich produzieren. An der Stelle würde ich nicht einmal widersprechen, aber leider las er den Rest des Artikels nicht. Er forderte stattdessen, ich möge ihm die Stiko-Empfehlung auf der Seite des Robert-Koch-Instituts zeigen. Während ich googelte und die Seite fand, redete er pausenlos auf mich ein. Der andere der beiden griff derweil zum Handy und sagte, er rufe jetzt bei der Stadt Rosenheim an. Dann sagte er, die Stadt lehne es ab, dass ich jetzt eine zweite Dosis mit mRNA-Impfstoff bekomme.

Damit war der Termin gescheitert. Das Impfzentrum und/oder seine Betreiber haben fachlich falsch entschieden.

Ausnahmezustand wegen Corona – aber Rosenheim findet Bürokratie wichtiger

Die Stiko stellte bereits am 1. Juli (einen Tag vor meinem Termin) fest, dass allein die Erstimpfung vor allem gegen die Delta-Variante nur geringen Schutz biete. Darum sei die Zweitimpfung wichtig. Eindeutig zu empfehlen sei die Kreuzimpfung („heterologisches Impfschema“) – also: erste Dosis Astra, zweite Dosis mRNA. Wörtlich die Stiko auf der Seite des Robert-Koch-Instituts  ( –> Quelle):

Nach aktuellen Studienergebnissen ist die Immunantwort nach heterologem Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) der Immunantwort nach homologer Vaxzevria-Impfserie (2 Impfstoffdosen Vaxzevria) deutlich überlegen. Vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren empfiehlt die STIKO daher für Personen, die Vaxzevria als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur 1. Impfstoffdosis.

Das ist eindeutig. Mit acht Wochen Abstand zur ersten Astra-Dosis wäre ich im Zeitfenster für eine Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff. Exakt das wäre auch die richtige Vorgehensweise.

Die Entscheidung des Impfzentrums Rosenheim, mir die Zweitdosis zu verweigern, war fachlich falsch und gegen die Empfehlung der Stiko. Das ist unverantwortlich. Der Staat zwingt das Land wegen der Pandemie seit über eineinhalb Jahren in den Ausnahmezustand. Impfen gilt nach wie vor als Schlüssel zurück zur Normalität. Zugleich aber verweigert jedenfalls das Impfzentrum Rosenheim das Impfen nach der Empfehlung der dafür berufenen obersten Fachbehörde. Unsäglich.

Ich habe gegen die Verantwortlichen Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Der Fall ist nicht ausgestanden.

Anruf bei der Corona-Hotline des Landkreises Rosenheim. Das ist etwas kompliziert. Auf der Website des Landkreises ist eine Nummer angegeben. Ruft man die an, landet man bei einer automatischen Ansage: „Dieser Anschluss ist nicht erreichbar.“ Das ist seit Tagen unverändert so.  Also rufe ich die zentrale Einwahl des Landratsamtes an. Ein höflicher Mitarbeiter stellt durch. Meistens ertönt dann eine Weile das Klingel-Piepzeichen. Dann folgt eine Ansage, laut der alle Plätze besetzt seien oder man außerhalb der Geschäftszeiten anrufe, worauf das System einen aus der Leitung kickt. Aber einmal ist es mir gelungen, tatsächlich eine Mitarbeiterin zu sprechen. Sie war sogar sehr freundlich.  Ich habe das Gespräch protokolliert.

„Grüß Gott! Ich habe mehrere Fragen.“

„Gut. Fangen Sie an.“

„Ich möchte über Österreich nach Israel fliegen. Wissen Sie, was ich da beachten muss?“

„Leider nein. Das erfahren Sie nur in den Zielländern.“

„Oh Gott. Ich habe da schon einige Webseiten überflogen. Das ist ja uferlos.“

„Ja. Tut mir leid. Aber ich kann Ihnen da nicht helfen.“

Jugendzentrum Bad Aibling: Wegen Corona gesperrt. Wie lange noch?

Jugendzentrum Bad Aibling wegen Corona gesperrt

„Danke. Nächste Frage: Ab wann haben die Kinder eigentlich wieder normalen Unterricht in der Schule? Ich meine das normale Normal, also die ganze Klasse zusammen. Kein Aufmarsch auf aufgemalten Aufstellpositionen, kein geführter Gänsemarsch ins Gebäude, keine Masken, kein Sportverbot. Also das normale Normal.“

„Das wissen wir nicht, wann das wieder geht.“

„Ich will ja gar nicht wissen, wann, also im Sinne von Zeit, sondern unter welchen Voraussetzungen.“

„Dazu haben wir noch nichts.“

„Wie ist das eigentlich generell mit der Freigabe von allem? Also auch Geschäfte, Restaurants, Konzerte, alles halt.“

„Darüber haben wir auch noch nichts.“

„Aber das kann doch nicht ewig so weitergehen mit diesem Ausnahmezustand!“

(Lacht) „Nein, natürlich nicht. Das will doch auch niemand. Wie kommen Sie darauf?“

Hat sich die Exekutive in die Corona-Verordnungen verliebt?

„Na da komme ich deshalb drauf, weil ich nur sehe, dass die Regeln so verfasst sind. Es gelten unter allen Umständen weiter Verbotsregeln. Das seht man ja auch auf Ihrer Website. Sogar bei Inzidenz unter 50 oder unter 35 – es bleibt immer bei irgendwelchen Einschränkungen, sogar massiven. Ich finde nirgendwo, dass es mal reicht und alles wieder normal ist.“

„Also wie gesagt, da haben wir noch nichts.“

„Aber das kann doch nicht sein? Das muss doch irgendwann ein Ende haben. Sie mussten ja selber lachen, als ich nachgefragt habe. Und jetzt merken Sie doch, dass meine Frage gar nicht so abseitig ist. Sonst wüssten Sie da doch was.“

(Lacht wieder, aber verlegen) „Ich frage mal meine Chefin, ob die dazu was weiß. Einen Moment bitte.“

Es knackt in der Leitung. Ich warte. Nach einer Weile ist sie zurück.

„Danke fürs Warten. Also: Meine Chefin sagt auch, dass es dazu noch nichts gibt.“

„Was passiert denn, wenn die Inzidenz auf Null fällt? Oder kurz davor? Eigentlich müsste es doch so sein, dass dann alles vorbei ist. Ich dachte immer, die Vorschriften regeln nur Notfälle. Also, wenn man eine konkrete Gefahr erkennen kann.“

„Leider nicht. Die Regeln bleiben so lange, bis sie aufgehoben werden.“

„Egal, wie die Zahlen sind?“

„Genau.“

„Und was muss passieren, damit die aufgehoben werden?“

„Meine Chefin sagt, das bestimmen Söder und Merkel.“

Ich bedanke mich.

Übrigens: Die Website des Landkreises Rosenheim meldet für den Landkreis heute eine Inzidenz von 51,3 und für die Stadt Rosenheim 45,6. Dabei ist zu bedenken, dass seit knapp zwei Wochen in exzessiver Weise praktisch jeder getestet wird. Eine Steigerung der Tests dürfte nicht mehr möglich sein. Ein Ansteigen der Inzidenz wegen vermehrter Tests hat sich damit also erledigt.

Besonders aufschlussreich diese Zahlen: Im Landkreis gibt es tagesaktuell keine einzige neu gemeldete Infektion mehr, in der Stadt nur noch zwei. Demnach sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz unaufhaltsam weiter. Und doch reden Bundesregierung und Markus Söder davon, sie wollten das Corona-Regime verlängern. Die Exekutive hat sich offensichtlich ins Durchregieren per Verordnung verliebt. Sie mögen sich Normalität offenbar nicht einmal mehr vorstellen.